Videokonferenzen

Alternative zu Skype: 7 Lösungen für Videoanrufe, Chat und Telefonie 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Skype wurde am 5. Mai 2025 eingestellt. Microsoft empfiehlt ehemaligen Nutzern den Wechsel zu Teams Free. Je nachdem, wofür Skype bisher verwendet wurde, können jedoch andere Dienste besser zu den Anforderungen passen.

Wer hauptsächlich private Videoanrufe durchgeführt hat, kann WhatsApp oder Signal verwenden. Für Online-Besprechungen bieten sich Zoom und Google Meet an. Unternehmen mit eigener IT-Infrastruktur können TrueConf Server einsetzen. Wer über Skype internationale Festnetz- und Mobilfunknummern angerufen hat, sollte Viber Out prüfen.

Skype-Alternative

Besonders geeignet für

Wichtigste Einschränkung

TrueConf Server

Unternehmenskommunikation auf eigenen Servern

Eigene Infrastruktur und Administration erforderlich

Microsoft Teams Free

Ehemalige Skype-Nutzer

Kein vollständiger Ersatz für Skype-Telefonie

Zoom

Geschäftliche Videokonferenzen

Zeitbegrenzung bei kostenlosen Meetings

Google Meet

Einfache browserbasierte Meetings

Erweiterte Funktionen kostenpflichtig

WhatsApp

Private Nachrichten und Videoanrufe

Keine klassische Telefonie auf externe Rufnummern

Signal

Vertrauliche Kommunikation

Keine zentral verwaltete Unternehmensplattform

Viber

Internationale Telefonate

Viber Out ist kostenpflichtig

Wichtig: Ein kostenloser Videoanruf zwischen Nutzern derselben Anwendung ist nicht mit einem Anruf auf eine gewöhnliche Festnetz- oder Mobilfunknummer gleichzusetzen. Nicht jede Skype-Alternative ersetzt deshalb die früheren kostenpflichtigen Telefoniefunktionen.

Warum wurde Skype eingestellt?

Skype war über viele Jahre eine der bekanntesten Anwendungen für Internet-Telefonie. Neben Chats und Videogesprächen ermöglichte der Dienst auch internationale Anrufe auf reguläre Telefonnummern.

Microsoft stellte Skype am 5. Mai 2025 ein und konzentrierte sich auf Microsoft Teams als Kommunikationsplattform.

Skype for Business End of Life

Ehemalige Skype-Nutzer konnten ihre bisherigen Zugangsdaten für Teams Free verwenden. Während der Übergangsphase bot Microsoft außerdem Möglichkeiten zur Übernahme von Kontakten und Chatverläufen an.

Diese Übergangsphase ist inzwischen beendet. Wer 2026 eine Skype-Alternative sucht, sollte deshalb zunächst klären, welche früheren Funktionen tatsächlich ersetzt werden müssen.

Dabei lassen sich drei Anforderungen unterscheiden: persönliche Kommunikation mit Freunden und Familie, Videokonferenzen für berufliche Besprechungen und Telefonate auf gewöhnliche Rufnummern.

1. TrueConf Server: Skype-Alternative für Unternehmen

TrueConf

TrueConf Server ist eine selbst gehostete Plattform für Unternehmenskommunikation, die Messaging, Audio- und Videoanrufe sowie Gruppenvideokonferenzen kombiniert.

Anders als Skype wird die Server-Software innerhalb einer vom Unternehmen verwalteten Infrastruktur installiert. Die Organisation kann Benutzerkonten, Zugriffsrechte und Kommunikationsdienste zentral administrieren.

Welche Skype-Funktionen ersetzt TrueConf?

Mitarbeiter können Einzel- und Gruppenchats verwenden, Dateien austauschen sowie Sprach- und Videoanrufe durchführen.

Für größere Besprechungen stehen verschiedene Konferenzmodi, Bildschirmfreigabe und Präsentationsfunktionen zur Verfügung.

Zusätzlich unterstützt TrueConf Server die Integration mit Active Directory und LDAP sowie kompatiblen SIP/H.323-Systemen.

Damit eignet sich die Plattform besonders für Organisationen, die Skype bisher für interne Kommunikation verwendet haben und nun eine zentral verwaltete Alternative benötigen.

TrueConf Server Free ausprobieren!

  • 1.000 Online-Nutzer mit der Möglichkeit, zu chatten und 1:1-Videoanrufe zu führen.
  • 10 PRO-Nutzer mit der Möglichkeit, an Gruppenvideokonferenzen teilzunehmen.
  • Eine SIP/H.323/RTSP-Verbindung für die Zusammenarbeit mit Unternehmens-TK-Anlagen und SIP/H.323-Endpunkten.
  • Eine Gastverbindung, um einen nicht authentifizierten Nutzer per Link zu Ihren Meetings einzuladen.


Mehr erfahren

Inhalte in hoher Qualität teilen

Wichtig: Die Unterstützung von SIP/H.323 bedeutet nicht automatisch, dass TrueConf alle ehemaligen Skype-Telefoniefunktionen ersetzt. Anrufe auf öffentliche Rufnummern können zusätzliche Telefoniekomponenten oder einen Betreiberanschluss erfordern.

Geeignet für: Unternehmen, Behörden und Organisationen mit eigener IT-Infrastruktur, zentraler Benutzerverwaltung oder vorhandenen Konferenzsystemen.

Einschränkung: Installation, Wartung und Administration erfordern technische Ressourcen.

2. Microsoft Teams Free: Der offizielle Skype-Nachfolger

Microsoft Teams

Microsoft Teams Free ist die naheliegendste Skype-Alternative für Nutzer, die weiterhin einen kostenlosen Kommunikationsdienst von Microsoft verwenden möchten.

Die Plattform bietet persönliche und Gruppenunterhaltungen, Audio- und Videoanrufe sowie Funktionen für Online-Besprechungen.

Welche Skype-Funktionen bleiben erhalten?

Nutzer können Nachrichten schreiben, Dateien teilen und Videoanrufe starten.

Teams unterstützt außerdem Besprechungslinks, sodass Teilnehmer zu einem Meeting eingeladen werden können, ohne zuvor in einer persönlichen Kontaktliste gespeichert zu sein.

Bei der Einstellung von Skype ermöglichte Microsoft eine Übergangsphase, in der bestimmte Kontakte und Chatverläufe in Teams Free übernommen werden konnten.

Welche Unterschiede gibt es?

Teams ist stärker auf Zusammenarbeit und Gruppenbesprechungen ausgerichtet. Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich daher vom klassischen Skype.

Auch die früheren kostenpflichtigen Skype-Anrufe auf reguläre Telefonnummern werden durch Teams Free nicht vollständig ersetzt.

Wer eine geschäftliche Telefonanlage benötigt, muss zusätzliche Microsoft-Produkte und entsprechende Lizenzbedingungen prüfen.

Geeignet für: Privatnutzer und kleinere Gruppen, die weiterhin eine kostenlose Microsoft-Anwendung für Chats und Videogespräche verwenden möchten.

Einschränkung: Nicht sämtliche historischen Skype-Daten und Telefoniefunktionen lassen sich übernehmen.

3. Zoom: Skype-Alternative für Online-Meetings

Zoom

Zoom konzentriert sich auf Videokonferenzen, Online-Schulungen und Besprechungen mit externen Teilnehmern.

Während Skype ursprünglich stark auf persönliche Kontakte ausgerichtet war, organisiert Zoom die Kommunikation überwiegend über Meetings und Einladungslinks.

Welche Funktionen bietet Zoom?

Zoom unterstützt Audio- und Videokonferenzen, Bildschirmfreigabe, Meeting-Chats und verschiedene Funktionen zur Teilnehmerverwaltung.

Externe Gesprächspartner können über einen Link eingeladen werden. Dadurch eignet sich die Plattform insbesondere für Kundenbesprechungen, Bewerbungsgespräche und Schulungen.

Ist Zoom kostenlos?

Mit Zoom Workplace Basic steht ein kostenloser Tarif zur Verfügung. Er unterstützt Meetings mit bis zu 100 Teilnehmern, die auf 40 Minuten begrenzt sind.

Für längere Besprechungen und zusätzliche Unternehmensfunktionen sind kostenpflichtige Tarife erforderlich.

Geeignet für: Teams und Selbstständige, die regelmäßig Videokonferenzen mit externen Personen durchführen.

Einschränkung: Zoom ersetzt die frühere internationale Skype-Telefonie nicht innerhalb des kostenlosen Meeting-Tarifs.

4. Google Meet: Einfache Videoanrufe im Browser

Google Meet

Google Meet ist eine browserbasierte Videokonferenzlösung, die auch über mobile Anwendungen genutzt werden kann.

Sie eignet sich für Nutzer, die ohne umfangreiche Einrichtung Gespräche oder Gruppenmeetings starten möchten.

Welche Skype-Funktionen ersetzt Google Meet?

Google Meet ermöglicht Audio- und Videoanrufe, Bildschirmfreigabe und Besprechungen über Einladungslinks.

Mit einem kostenlosen Google-Konto können Gruppenmeetings mit bis zu 100 Teilnehmern und einer Dauer von maximal 60 Minuten durchgeführt werden.

Für persönliche Nachrichten und längerfristige Unterhaltungen steht zusätzlich Google Chat zur Verfügung.

Was ist anders als bei Skype?

Google Meet konzentriert sich auf Videoanrufe und geplante Besprechungen.

Wer Skype gleichermaßen als Messenger und Videokonferenzsoftware verwendet hat, benötigt möglicherweise eine Kombination aus Google Meet und Google Chat.

Geeignet für: private Gespräche, kleine Arbeitsgruppen und Nutzer, die bereits Google-Dienste verwenden.

Einschränkung: Zusätzliche Verwaltungs- und Meeting-Funktionen gehören zu kostenpflichtigen Google-Workspace-Angeboten.

5. WhatsApp: Skype-Alternative für private Kommunikation

WhatsApp

WhatsApp ist eine Anwendung für persönliche Nachrichten, Sprachnachrichten sowie Audio- und Videoanrufe.

Für ehemalige Skype-Nutzer, die vor allem mit Freunden oder Familienmitgliedern kommuniziert haben, kann WhatsApp eine unkomplizierte Alternative darstellen.

Welche Funktionen ersetzt WhatsApp?

Nutzer können Einzel- und Gruppennachrichten schreiben, Fotos und Dateien teilen sowie kostenlose Internet-Anrufe durchführen.

Auch Gruppenvideoanrufe sind möglich.

Ein praktischer Vorteil besteht darin, dass viele Gesprächspartner WhatsApp bereits verwenden. Ein Wechsel erfordert dann häufig keine zusätzliche Registrierung bei einem unbekannten Dienst.

Wo liegen die Unterschiede?

WhatsApp ist eng mit Telefonnummern als Identifikationsmerkmal verbunden. Skype ermöglichte dagegen die Kommunikation auch über Skype-Namen.

Außerdem bietet WhatsApp keine allgemeinen kostenpflichtigen Auslandstarife für Anrufe auf gewöhnliche Telefonnummern außerhalb der Anwendung.

Für Unternehmen muss zusätzlich zwischen der privaten App und geschäftlichen WhatsApp-Diensten unterschieden werden.

Geeignet für: private Nachrichten, Familiengespräche und kleine Gruppen.

Einschränkung: Die private Anwendung ist nicht für die vollständige zentrale Verwaltung einer Unternehmenskommunikation ausgelegt.

6. Signal: Skype-Alternative für vertrauliche Gespräche

Signal

Signal ist ein Messenger mit besonderem Schwerpunkt auf dem Schutz persönlicher Kommunikation.

Die Anwendung unterstützt Nachrichten, Dateiübertragung, Sprachgespräche und Videokonferenzen.

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen klassischen Kommunikationsplattformen besteht darin, dass Nachrichten und Anrufe standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind.

Welche Skype-Funktionen ersetzt Signal?

Signal bietet persönliche Videoanrufe und Gruppengespräche.

Darüber hinaus stehen Desktop-Anwendungen und die Möglichkeit zur Bildschirmfreigabe bereit.

Für Nutzer, die Skype hauptsächlich für vertrauliche Gespräche verwendet haben, kann Signal deshalb eine geeignete Alternative sein.

Welche Einschränkungen gibt es?

Signal ist keine klassische Unternehmensplattform mit umfangreicher zentraler Benutzerverwaltung und eigener Serverinstallation für Organisationen.

Auch Anrufe auf gewöhnliche Festnetz- oder Mobilfunknummern gehören nicht zum Angebot.

Geeignet für: private Gespräche und Gruppen, denen der Schutz der Kommunikationsinhalte besonders wichtig ist.

Einschränkung: Nicht als vollständiger Ersatz für eine Unternehmens-Telefonanlage oder eine selbst gehostete Kommunikationsplattform konzipiert.

7. Viber: Skype-Alternative für internationale Telefonate

Viber

Viber unterscheidet sich von den übrigen Plattformen durch seinen Dienst Viber Out.

Während die meisten Skype-Alternativen hauptsächlich kostenlose Anrufe zwischen App-Nutzern ermöglichen, können mit Viber Out kostenpflichtige Anrufe auf gewöhnliche Festnetz- und Mobilfunknummern durchgeführt werden.

Das ist für ehemalige Skype-Nutzer relevant, die regelmäßig Personen im Ausland angerufen haben.

Welche Skype-Funktionen ersetzt Viber?

Viber unterstützt persönliche Chats sowie Audio- und Videoanrufe zwischen Nutzern der Anwendung.

Mit Viber Out können zusätzlich Telefonnummern außerhalb von Viber erreicht werden. Der Gesprächspartner benötigt dafür keine installierte App.

Was kosten internationale Anrufe?

Viber Out bietet verschiedene Bezahlmodelle. Die Gebühren hängen unter anderem vom Zielland und davon ab, ob eine Mobilfunk- oder Festnetznummer angerufen wird.

Deshalb sollte vor dem Wechsel geprüft werden, wie viel Anrufe in die tatsächlich benötigten Länder kosten.

Geeignet für: Nutzer, die Skype bisher für internationale Telefonate auf reguläre Telefonnummern verwendet haben.

Einschränkung: Viber Out ist kostenpflichtig, und die Verfügbarkeit von Anrufen hängt vom Zielland und den jeweiligen Tarifbedingungen ab.

Welche Skype-Alternative passt zu welchem Zweck?

Die sieben Plattformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb lohnt es sich, nicht nur den Funktionsumfang zu vergleichen, sondern die frühere Skype-Nutzung als Ausgangspunkt zu nehmen.

Bisherige Skype-Nutzung

Alternativen zur Prüfung

Private Videoanrufe

Teams Free, WhatsApp, Signal

Video-Meetings mit externen Personen

Zoom, Google Meet

Interne Unternehmenskommunikation

TrueConf Server, Microsoft Teams

Unternehmensmessenger auf eigenem Server

TrueConf Server

Vertrauliche private Gespräche

Signal

Internationale Anrufe auf Telefonnummern

Viber Out

Kostenlose kleine Gruppengespräche

Teams Free, Google Meet, WhatsApp

Drei Punkte, die beim Wechsel häufig übersehen werden

1. Videoanrufe ersetzen keine Telefonie. Wer bisher mit Skype Festnetznummern angerufen hat, benötigt weiterhin einen Dienst mit entsprechender Anbindung an das öffentliche Telefonnetz.

2. Alte Nachrichten lassen sich nicht beliebig übertragen. Die Skype-Übergangsphase ist abgeschlossen. Andere Messenger können frühere Gesprächsverläufe nicht automatisch übernehmen.

3. Kostenlose Tarife haben unterschiedliche Grenzen. Meetingdauer, Teilnehmerzahlen, Benutzerverwaltung und zusätzliche Funktionen sollten vor der Einführung geprüft werden.

So gelingt der Wechsel von Skype

Ein Wechsel muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, dass die neue Anwendung zunächst mit den Personen und Geräten getestet wird, die tatsächlich benötigt werden.

Schritt 1: Benötigte Funktionen festlegen

Notieren Sie, ob Skype bisher hauptsächlich für persönliche Chats, Videokonferenzen oder Anrufe auf normale Telefonnummern genutzt wurde.

Für Unternehmen sollten zusätzlich Benutzerverwaltung, Bildschirmfreigabe, externe Gäste und die Einbindung vorhandener Geräte berücksichtigt werden.

Schritt 2: Die Alternative praktisch testen

Führen Sie einen Videoanruf mit mehreren Teilnehmern durch. Prüfen Sie die Tonqualität, Kamera, Bildschirmfreigabe und Benachrichtigungen.

Bei internationalen Telefonaten lohnt sich außerdem ein Preisvergleich für die wichtigsten Zielländer.

Schritt 3: Kontakte und wiederkehrende Meetings umstellen

Informieren Sie Ihre Gesprächspartner über die neue Anwendung und aktualisieren Sie vorhandene Besprechungslinks.

Unternehmen sollten zusätzlich interne Anleitungen und Kontaktverzeichnisse anpassen, damit Mitarbeiter die neue Kommunikationsplattform zuverlässig verwenden können.

Häufig gestellte Fragen zu Skype-Alternativen

Was ist die beste Alternative zu Skype?

Das hängt von der bisherigen Nutzung ab. Microsoft Teams Free ist der offizielle Nachfolgedienst. Für Videokonferenzen eignen sich Zoom und Google Meet, während WhatsApp und Signal vor allem private Kommunikation abdecken. Unternehmen mit eigenen Servern können TrueConf Server prüfen. Für internationale Telefonate ist Viber Out eine Möglichkeit.

Kann man Skype 2026 noch benutzen?

Nein. Microsoft hat Skype am 5. Mai 2025 eingestellt. Die reguläre Übergangsphase zum Wechsel zu Teams Free ist inzwischen beendet. Ehemalige Nutzer müssen daher auf eine andere Kommunikationsplattform ausweichen.

Welche Skype-Alternative ist kostenlos?

Microsoft Teams Free, Google Meet, WhatsApp und Signal bieten kostenlose Nachrichten und Videoanrufe. Zoom verfügt über einen kostenlosen Tarif mit Zeitbegrenzung. TrueConf Server Free ermöglicht kostenlose Unternehmenskommunikation innerhalb der festgelegten Lizenzgrenzen.

Welche Alternative ersetzt Skype-Anrufe auf Festnetznummern?

Viber Out ermöglicht kostenpflichtige Anrufe auf reguläre Telefonnummern in unterstützten Ländern. Für geschäftliche Telefonie können außerdem spezielle VoIP- und Telefonanlagenlösungen erforderlich sein.

Gibt es eine Skype-Alternative für Unternehmen mit eigenem Server?

Ja. TrueConf Server bietet Chats, Audio- und Videoanrufe sowie Gruppenkonferenzen auf eigener Infrastruktur. Die Plattform unterstützt außerdem die Integration mit LDAP, Active Directory und kompatiblen SIP/H.323-Systemen.

Fazit: Welche Alternative zu Skype lohnt sich 2026?

Nach der Einstellung von Skype gibt es keinen einzelnen Dienst, der sämtliche früheren Funktionen für jeden Anwendungsfall gleichermaßen ersetzt.

Microsoft Teams Free ist der direkte Nachfolger für viele persönliche Skype-Funktionen. WhatsApp und Signal eignen sich für private Gespräche, während Zoom und Google Meet auf Videokonferenzen ausgerichtet sind. Wer regelmäßig internationale Telefonnummern anruft, sollte Viber Out prüfen.

Für Unternehmen, die Chats und Videokonferenzen zentral verwalten oder auf eigenen Servern betreiben möchten, bietet TrueConf Server einen anderen Ansatz als klassische Cloud-Messenger.

Die wichtigste Entscheidung lautet deshalb nicht, welcher Dienst Skype am ähnlichsten ist, sondern welche bisher genutzten Skype-Funktionen tatsächlich ersetzt werden müssen.

Über die Autorin
Olga Afonina ist Technologieautorin und Branchenexpertin mit Schwerpunkt auf Videokonferenzlösungen und Kollaborationssoftware. Bei TrueConf beschäftigt sie sich mit aktuellen Trends in Kollaborationstechnologien und vermittelt Unternehmen praktische Erkenntnisse für eine effektive Kommunikation am Arbeitsplatz. Auf Grundlage ihrer Erfahrung in Content-Entwicklung und Branchenrecherche verfasst Olga Artikel und Reviews, die Lesern helfen, die Vorteile professioneller Unternehmenskommunikation besser zu verstehen.

Mit Olga auf LinkedIn vernetzen

Datenschutzkonforme Videokonferenz: 10 Lösungen im Vergleich 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine datenschutzkonforme Videokonferenz erfüllt die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Dafür reichen verschlüsselte Videoanrufe und ein Serverstandort in Deutschland allein nicht aus. Entscheidend sind die Rechtsgrundlage, die Verarbeitung von Inhalts- und Metadaten, Zugriffsrechte, Aufbewahrungsfristen sowie die beteiligten Dienstleister.

Welche Videokonferenzlösung eignet sich für welchen Datenschutzbedarf?

Datenschutzanforderung

Plattformen zur Prüfung

Eigene Server und Kontrolle über die Infrastruktur

TrueConf Server, Jitsi Meet, BigBlueButton, Nextcloud Talk

Deutsches oder europäisches Hosting

OpenTalk, alfaview

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Konferenzinhalte

Proton Meet sowie unterstützte E2EE-Konfigurationen anderer Plattformen

Integration vorhandener SIP/H.323-Konferenzsysteme

TrueConf Server, Pexip

Cloud-Dienste mit zentraler Unternehmensverwaltung

Microsoft Teams, Zoom

Videokonferenzen für Bildungseinrichtungen

BigBlueButton, Nextcloud Talk, OpenTalk

Fünf Kriterien sind besonders wichtig:

  1. Datenverarbeitung: Welche Inhalte und Metadaten entstehen, wo werden sie verarbeitet und wer erhält Zugriff?
  2. Verschlüsselung: Transportverschlüsselung und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterscheiden. E2EE schützt nicht automatisch sämtliche Metadaten.
  3. Hosting: Ein eigener Server ermöglicht mehr Kontrolle über die Infrastruktur, garantiert aber keine DSGVO-Konformität.
  4. Rechtliche Voraussetzungen: Rechtsgrundlage, Datenschutzhinweise, gegebenenfalls Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und Drittlandübermittlungen prüfen.
  5. Aufzeichnungen und Zugriffe: Festlegen, wer Meetings betreten, aufzeichnen und gespeicherte Inhalte einsehen darf.

Für Organisationen mit eigener IT-Infrastruktur sind selbst gehostete Plattformen wie TrueConf Server eine Möglichkeit, Kommunikationsdaten innerhalb kontrollierter Netzwerke zu verarbeiten. Wer einen verwalteten Dienst bevorzugt, kann deutsche und europäische Anbieter oder Cloud-Plattformen mit geeigneten Datenschutzfunktionen prüfen. Die endgültige Auswahl muss auf einer dokumentierten Bewertung der konkreten Konfiguration beruhen.

TrueConf

Was bedeutet eine datenschutzkonforme Videokonferenz?

Bei jeder Videokonferenz werden personenbezogene Daten verarbeitet. Dazu gehören nicht nur die Stimme und das Kamerabild der Teilnehmer, sondern häufig auch Namen, E-Mail-Adressen, IP-Adressen, Geräteinformationen und technische Verbindungsdaten.

Zusätzliche Daten entstehen, wenn Teilnehmer Chat-Nachrichten schreiben, Dateien teilen, Besprechungen aufzeichnen oder automatische Transkriptionen aktivieren. Schon die Information, wann eine bestimmte Person mit anderen an einem Meeting teilgenommen hat, kann personenbezogen sein.

Eine Videokonferenz ist daher nicht allein deshalb datenschutzkonform, weil die Videoübertragung verschlüsselt erfolgt. Die DSGVO verlangt unter anderem eine geeignete Rechtsgrundlage, Transparenz, Datenminimierung und angemessene technische sowie organisatorische Schutzmaßnahmen.

DSGVO-Anforderung

Bedeutung für Videokonferenzen

Rechtsgrundlage

Die Verarbeitung personenbezogener Daten muss rechtlich gerechtfertigt sein

Transparenz

Teilnehmer müssen über relevante Verarbeitungsvorgänge informiert werden

Datenminimierung

Es sollten nur erforderliche Daten verarbeitet werden

Auftragsverarbeitung

Bei entsprechenden Dienstleisterverhältnissen ist ein AVV nach Art. 28 DSGVO notwendig

Technische Sicherheit

Kommunikation, Systeme und gespeicherte Daten müssen angemessen geschützt werden

Speicherbegrenzung

Aufzeichnungen und personenbezogene Protokolle benötigen geeignete Aufbewahrungsregeln

Drittlandübermittlung

Übermittlungen außerhalb des EWR erfordern eine gesonderte rechtliche Prüfung

Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat eine Orientierungshilfe für Videokonferenzsysteme veröffentlicht. Sie betrachtet sowohl die rechtlichen Voraussetzungen als auch die technischen und organisatorischen Anforderungen. Eine ergänzende Checkliste hilft Unternehmen und öffentlichen Stellen bei der Bewertung.

Für die Auswahl einer Plattform sind deshalb nicht nur die beworbenen Sicherheitsfunktionen relevant. Ebenso wichtig ist, wie die Software tatsächlich betrieben wird.

10 Videokonferenzlösungen im Datenschutzvergleich

Die folgenden Plattformen verfolgen unterschiedliche Ansätze. Einige konzentrieren sich auf eigene Server und die Verwaltung der Infrastruktur, andere auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung oder kontrollierte Cloud-Dienste.

Plattform

Hosting-Modell

Datenschutzrelevante Eigenschaft

Wichtigste Prüfung

TrueConf Server

Eigener Server, private Infrastruktur

Kontrolle über Server, Benutzer und lokale Kommunikationswege

Konferenzarchitektur, Verschlüsselung, externe Dienste

Jitsi Meet

Eigener Server oder externer Dienst

Open Source, konfigurierbare Infrastruktur

Hosting, Zusatzdienste, E2EE

BigBlueButton

Eigener Server oder Hosting-Anbieter

Kontrolle über Unterrichts- und Sitzungsdaten

Aufzeichnungen, Zugriffe, Löschfristen

Nextcloud Talk

Selbsthosting

Integration von Chat, Videokonferenzen und Dateiverwaltung

Medienserver, E2EE-Konfiguration, Protokolle

OpenTalk

Verwalteter Dienst oder eigene Infrastruktur

Europäischer Anbieter, kontrollierbare Bereitstellung

Hosting-Modell, Verträge, Metadaten

alfaview

Cloud-Dienst mit deutschem Hosting

Datenverarbeitung in deutscher Infrastruktur

Verbindungsdaten, Aufzeichnungen, AVV

Pexip

Eigene Infrastruktur oder verwaltete Dienste

Kontrollierbare Konferenzarchitektur und Geräteintegration

Verschlüsselungsgrenzen und Betriebsmodell

Proton Meet

Cloud

Standardmäßige E2EE der Meeting-Inhalte

Metadaten, Vertragsbedingungen und Administration

Microsoft Teams

Cloud

Erweiterte Unternehmensrichtlinien und Sicherheitsverwaltung

Datenflüsse, Lizenzen, Aufzeichnungen

Zoom

Cloud

Meeting-Schutzfunktionen und optionale E2EE

Datenregionen, Zusatzdienste, Aufbewahrung

Diese Übersicht stellt keine rechtliche Zertifizierung dar. Sie zeigt, bei welchen technischen und organisatorischen Fragen die einzelnen Plattformen unterschiedliche Voraussetzungen bieten.

1. TrueConf Server: Videokonferenzen auf eigener Infrastruktur

TrueConf

TrueConf Server ist eine selbst gehostete Plattform für Videokonferenzen, Unternehmensmessaging und Zusammenarbeit. Der Server wird innerhalb einer vom Unternehmen kontrollierten Infrastruktur betrieben und kann interne Kommunikationsdienste bereitstellen, ohne dass die eigentlichen Konferenzen über einen öffentlichen Cloud-Konferenzdienst laufen müssen.

Diese Architektur ist insbesondere für Organisationen interessant, die ihre Netzwerke, Benutzerkonten und Kommunikationssysteme selbst verwalten oder bereits über Videokonferenztechnik verfügen.

Hosting und Datenkontrolle

Die Organisation bestimmt, wo der TrueConf Server installiert wird und welche Netzwerke darauf zugreifen dürfen. Bei einer entsprechend vorbereiteten Installation können interne Konferenzen innerhalb des Unternehmensnetzes stattfinden.

Das ermöglicht beispielsweise den Einsatz in Behörden, Produktionsstandorten oder anderen Umgebungen, in denen bestimmte Kommunikationssysteme nicht direkt mit öffentlichen Cloud-Diensten verbunden werden sollen.

Dabei müssen die verwendete Edition und die Lizenzbedingungen berücksichtigt werden. Insbesondere darf die Möglichkeit eines vollständig isolierten Betriebs nicht automatisch auf jede kostenlose oder kommerzielle Lizenz übertragen werden.

Auch Verbindungen mit externen Teilnehmern, Gateways oder weiteren Diensten können zusätzliche Datenflüsse verursachen.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

TrueConf Server nutzt AES-256 für die Verschlüsselung von Mediendaten. Abhängig vom Kommunikationsprotokoll werden außerdem Sicherheitsmechanismen wie DTLS-SRTP für WebRTC, SRTP für SIP und H.235 für H.323 unterstützt.

Über LDAP und Active Directory lassen sich Benutzerkonten mit vorhandenen Verzeichnisdiensten verbinden. Administratoren können Zugriffsrechte und die Erreichbarkeit der Infrastruktur konfigurieren.

Wichtig: Die Verschlüsselung von Medien auf dem Übertragungsweg bedeutet nicht automatisch, dass jede Konferenz durchgehend Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist. Bei serververmittelten Konferenzen muss geprüft werden, welche Komponenten Medien entschlüsseln oder verarbeiten können.

TrueConf Server Free ausprobieren!

  • 1.000 Online-Nutzer mit der Möglichkeit, zu chatten und 1:1-Videoanrufe zu führen.
  • 10 PRO-Nutzer mit der Möglichkeit, an Gruppenvideokonferenzen teilzunehmen.
  • Eine SIP/H.323/RTSP-Verbindung für die Zusammenarbeit mit Unternehmens-TK-Anlagen und SIP/H.323-Endpunkten.
  • Eine Gastverbindung, um einen nicht authentifizierten Nutzer per Link zu Ihren Meetings einzuladen.


Mehr erfahren

Inhalte in hoher Qualität teilen

Was muss für eine DSGVO-konforme Nutzung geprüft werden?

Entscheidend sind die konkreten Berechtigungen, die Speicherung von Aufzeichnungen und Chat-Dateien, die Protokollierung sowie mögliche externe Verbindungen.

Auch Betrieb und Wartung spielen eine wichtige Rolle: Sicherheitsupdates, Backups und administrative Zugriffe müssen geregelt sein.

Geeignet für: Unternehmen, Behörden und Organisationen mit eigener IT-Infrastruktur, kontrollierten Netzwerken oder vorhandenen SIP/H.323-Systemen.

Grenzen: Self-Hosting bedeutet zusätzliche Verantwortung. Die Organisation muss ihre Infrastruktur absichern und die Datenverarbeitung selbst dokumentieren.

2. Jitsi Meet: Open-Source-Videokonferenzen mit eigenem Hosting

Jitsi Meet

Jitsi Meet ist eine Open-Source-Videokonferenzlösung, die über kompatible Browser und Anwendungen genutzt werden kann. Die Software lässt sich auf eigenen Servern betreiben oder über einen externen Dienst bereitstellen.

Für den Datenschutz ist diese Unterscheidung wesentlich. Die Nutzung einer öffentlichen Jitsi-Instanz und der Betrieb einer eigenen Installation unterliegen nicht zwangsläufig denselben Bedingungen.

Hosting und Datenkontrolle

Mit einem eigenen Jitsi-Server können Organisationen die Infrastruktur, Authentifizierung und technischen Einstellungen selbst verwalten.

Dabei sollten alle beteiligten Komponenten berücksichtigt werden. Neben dem eigentlichen Konferenzserver können beispielsweise TURN-Server, Authentifizierungsdienste oder externe Monitoring-Systeme zum Einsatz kommen.

Bei öffentlich betriebenen Instanzen gelten dagegen die Datenschutz- und Betriebsbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Jitsi verwendet verschlüsselte Medienübertragung, unter anderem über DTLS-SRTP. Bei Mehrparteienkonferenzen übernimmt die Jitsi Videobridge die Weiterleitung von Medienströmen.

Zusätzlich unterstützt Jitsi eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in geeigneten Konfigurationen. Die Verfügbarkeit hängt von den verwendeten Clients und Funktionen ab.

Insbesondere sollte nicht angenommen werden, dass E2EE automatisch sämtliche Chat-Inhalte, Metadaten und zusätzlichen Dienste gleichermaßen schützt.

Was muss geprüft werden?

Wichtig sind der tatsächliche Serverbetreiber, die Protokollierung, der Einsatz externer Komponenten und die Authentifizierung der Teilnehmer.

Wer Jitsi selbst hostet, muss darüber hinaus für die technische Absicherung und regelmäßige Aktualisierung sorgen.

Geeignet für: Organisationen mit eigener technischer Betreuung, die eine offene Videokonferenzsoftware einsetzen und ihre Infrastruktur selbst konfigurieren möchten.

Grenzen: Die Datenschutzqualität hängt stark von Installation und Betrieb ab. Open Source allein ist kein Nachweis für DSGVO-Konformität.

3. BigBlueButton: Datenschutzorientierte Videokonferenzen für Bildungseinrichtungen

BigBlueButton

BigBlueButton ist eine Open-Source-Plattform für digitalen Unterricht, Schulungen und virtuelle Klassenzimmer. Neben Audio- und Videokonferenzen bietet sie Whiteboards, Präsentationen und Gruppenräume.

Für Bildungseinrichtungen sind diese Funktionen praktisch, bringen aber auch besondere Anforderungen an den Datenschutz mit sich.

Hosting und Datenkontrolle

BigBlueButton kann auf eigener Infrastruktur oder über einen Hosting-Anbieter betrieben werden.

Bei Self-Hosting entscheidet die Einrichtung über die Serverumgebung und die Konfiguration der Datenaufbewahrung. Bei externem Hosting müssen die eingesetzten Dienstleister und die entsprechenden vertraglichen Voraussetzungen geprüft werden.

Besonders bei Minderjährigen ist wichtig, welche Daten bei der Anmeldung, Teilnahme und Nutzung der Unterrichtsfunktionen entstehen.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Die Plattform verwendet verschlüsselte Kommunikationswege. Die genaue Medienverarbeitung hängt von der eingesetzten Architektur ab.

Neben der technischen Verschlüsselung sind die Rechte von Lehrkräften, Lernenden und Administratoren entscheidend. Sie bestimmen beispielsweise, wer virtuelle Räume betreten, Inhalte teilen oder Aufzeichnungen erstellen darf.

Was muss geprüft werden?

Unterrichtsaufzeichnungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Sie können personenbezogene Inhalte dauerhaft verfügbar machen, obwohl diese ursprünglich nur für eine Live-Unterrichtsstunde benötigt wurden.

Die Einrichtung muss daher klären, auf welcher Rechtsgrundlage aufgezeichnet wird, wer Zugriff erhält und wann die Dateien gelöscht werden.

Geeignet für: Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen, die eigene virtuelle Unterrichtsräume betreiben möchten.

Grenzen: Die Verwaltung der Infrastruktur und die Kontrolle gespeicherter Lern- und Konferenzdaten erfordern organisatorische und technische Ressourcen.

4. Nextcloud Talk: Videokonferenzen innerhalb der eigenen Kollaborationsplattform

Nextcloud Talk

Nextcloud Talk verbindet Chats, Audio- und Videokonferenzen mit der Nextcloud-Umgebung für Dateiablage und Zusammenarbeit.

Die Plattform ist besonders interessant, wenn eine Organisation bereits Nextcloud einsetzt und ihre Kommunikation nicht auf einen zusätzlichen öffentlichen Dienst verteilen möchte.

Hosting und Datenkontrolle

Nextcloud Talk kann innerhalb einer selbst betriebenen Nextcloud-Infrastruktur genutzt werden. Benutzerkonten, Zugriffsrechte und gespeicherte Inhalte lassen sich dadurch mit bestehenden Diensten verbinden.

Bei größeren Konferenzen können zusätzliche Komponenten für die Medienübertragung erforderlich sein. TURN-Server und die verwendete Backend-Infrastruktur gehören deshalb ebenfalls zur Datenschutzprüfung.

Ein eigener Nextcloud-Server bedeutet nicht automatisch, dass jeder Medienweg ausschließlich über diesen Server führt.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Nextcloud Talk verwendet verschlüsselte Übertragungen und unterstützt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für geeignete Anrufszenarien.

Die tatsächliche Unterstützung muss für die verwendeten Clients, Funktionen und die konkrete Serverkonfiguration geprüft werden.

Für Organisationen mit vorhandener Nextcloud-Verwaltung können die gemeinsamen Benutzer- und Berechtigungskonzepte ein Vorteil sein.

Was muss geprüft werden?

Besonders wichtig sind die eingesetzten Medienserver, die Speicherung von Nachrichten und Dateien sowie die Zugriffsrechte.

Auch hier gilt: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollte nicht ohne Prüfung auf sämtliche Funktionen und Datenarten übertragen werden.

Geeignet für: Unternehmen und Einrichtungen, die Nextcloud bereits als zentrale Plattform für Dateien und Zusammenarbeit verwenden.

Grenzen: Die Qualität größerer Videokonferenzen hängt von der Infrastruktur ab. Zusätzliche Komponenten können den Administrationsaufwand erhöhen.

5. OpenTalk: Europäische Videokonferenzen mit kontrollierbarem Hosting

OpenTalk

OpenTalk ist eine Videokonferenzplattform mit Schwerpunkt auf Datenschutz, offenen Technologien und kontrollierbaren Betriebsmodellen.

Für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen kann insbesondere die Möglichkeit interessant sein, den Dienst bei einem europäischen Anbieter oder innerhalb einer eigenen Infrastruktur zu betreiben.

Hosting und Datenkontrolle

Abhängig vom Angebot stehen unterschiedliche Bereitstellungsmodelle zur Verfügung.

Beim verwalteten Dienst übernimmt der Anbieter Aufgaben wie Betrieb und Wartung. Bei einer eigenen Bereitstellung kann die Organisation stärkeren Einfluss auf die Infrastruktur nehmen.

Für die rechtliche Bewertung muss feststehen, welche Rechenzentren und Unterauftragnehmer tatsächlich beteiligt sind.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

OpenTalk bietet Funktionen zur Absicherung von Videokonferenzen und zur Steuerung der Teilnehmerzugriffe.

Die konkreten Eigenschaften der Medienverschlüsselung und mögliche E2EE-Funktionen sollten anhand der tatsächlich eingesetzten Version geprüft werden.

Es wäre nicht ausreichend, allein aus der Herkunft des Anbieters auf einen bestimmten Verschlüsselungsstandard oder eine automatische DSGVO-Konformität zu schließen.

Was muss geprüft werden?

Neben den vertraglichen Bedingungen sind insbesondere die Verarbeitung von Metadaten, die Speicherung von Konferenzinhalten und die verfügbaren Administrationsfunktionen relevant.

Geeignet für: Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und andere Organisationen, die einen europäischen Dienstleister oder ein kontrolliertes Hosting-Modell bevorzugen.

Grenzen: Entscheidend ist das konkrete Betriebsmodell. Europäisches Hosting allein beantwortet nicht sämtliche datenschutzrechtlichen Fragen.

6. alfaview: Verwaltete Videokonferenzen mit deutschem Hosting

alfaview

alfaview ist eine Videokonferenzplattform eines deutschen Anbieters. Der Dienst richtet sich unter anderem an Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Organisationen, die größere Online-Besprechungen durchführen.

Ein wichtiger Unterschied zu selbst gehosteten Lösungen besteht darin, dass die Infrastruktur vom Anbieter betrieben wird.

Hosting und Datenkontrolle

alfaview setzt auf Rechenzentrumsinfrastruktur in Deutschland.

Der Anbieter beschreibt eine Datenverarbeitung, bei der die Inhalte laufender Videokonferenzen nicht grundsätzlich dauerhaft gespeichert werden. Für die konkrete Nutzung müssen jedoch die aktuellen Datenschutzbedingungen sowie die eingesetzten Funktionen berücksichtigt werden.

Auch ohne standardmäßige Aufzeichnung können personenbezogene Daten entstehen, etwa durch Benutzerkonten, Verbindungsprotokolle oder Supportprozesse.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

alfaview bietet verschlüsselte Übertragung und verschiedene Möglichkeiten zur Verwaltung von Meetings.

Dabei sollte zwischen der Verschlüsselung während der Übertragung und einer möglichen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterschieden werden. Beide schützen gegen unterschiedliche Risiken.

Was muss geprüft werden?

Wichtig sind die Dauer der Speicherung technischer Daten, die Verarbeitung von Teilnehmerinformationen, die vertraglichen Bedingungen und die Rechte von Administratoren.

Wenn zusätzliche Funktionen wie Aufzeichnungen genutzt werden, muss ihre Datenverarbeitung gesondert bewertet werden.

Geeignet für: Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die einen verwalteten Dienst mit deutschem Hosting suchen und keinen eigenen Konferenzserver betreiben möchten.

Grenzen: Die Organisation muss sich auf die vertraglich und technisch zugesicherten Bedingungen des Dienstleisters stützen.

7. Pexip: Kontrollierte Videokonferenzen mit vorhandenen Konferenzgeräten

Pexip

Pexip bietet Videokonferenzlösungen für größere Organisationen, die eigene Infrastruktur, vorhandene Konferenzgeräte und unterschiedliche Kommunikationssysteme miteinander verbinden möchten.

Im Unternehmensumfeld ist besonders die Unterstützung kontrollierter Bereitstellungsmodelle relevant.

Hosting und Datenkontrolle

Mit entsprechenden Pexip-Produkten kann eine Organisation Konferenzdienste innerhalb ihrer eigenen Infrastruktur betreiben.

Dadurch lassen sich die Netzwerkanbindung und bestimmte Datenflüsse selbst konfigurieren. Pexip bietet daneben auch verwaltete Dienste, deren Datenschutzbedingungen separat betrachtet werden müssen.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Pexip unterstützt verschiedene Verschlüsselungsmechanismen und Kommunikationsprotokolle, darunter TLS, SRTP und H.235 in geeigneten Szenarien.

Die Verwendung unterschiedlicher Endgeräte kann jedoch zu verschiedenen Sicherheitsniveaus innerhalb einer Konferenz führen.

Insbesondere bei SIP/H.323-Integrationen sollte geprüft werden, welche Verbindung durchgehend geschützt ist und an welchen Stellen Medien verarbeitet werden.

Was muss geprüft werden?

Neben dem Serverstandort sind die tatsächlichen Kommunikationswege zwischen Geräten, Gateways und Konferenzknoten relevant.

Auch Diagnosefunktionen und externe Verwaltungsdienste gehören zur technischen Bewertung.

Geeignet für: große Unternehmen, öffentliche Stellen und Organisationen mit vorhandenen Videokonferenzsystemen.

Grenzen: Die Einbindung verschiedener Systeme erhöht die Komplexität der Sicherheits- und Datenschutzprüfung.

8. Proton Meet: Ende-zu-Ende-verschlüsselte Videokonferenzen

Proton Meet

Proton Meet ist ein cloudbasierter Videokonferenzdienst, bei dem der Schutz vertraulicher Kommunikationsinhalte eine zentrale Rolle spielt.

Anders als bei Plattformen, die E2EE nur als zusätzliche Option anbieten, basiert Proton Meet standardmäßig auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Hosting und Datenkontrolle

Proton betreibt die zentrale Dienstinfrastruktur. Unternehmen müssen keine eigenen Konferenzserver installieren.

Der Anbieter beschreibt eine Architektur, in der die eigentlichen Kommunikationsinhalte auf den Geräten der Teilnehmer verschlüsselt werden, bevor sie über die Server übertragen werden.

Damit können die Server die geschützten Inhalte nicht entschlüsseln.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Proton Meet verwendet Messaging Layer Security (MLS), einen Standard für verschlüsselte Gruppenkommunikation.

Audio, Video, Bildschirmfreigaben und Chat-Inhalte werden auf den Endgeräten verschlüsselt. Auch die Schlüsselverwaltung ist darauf ausgerichtet, dass nur berechtigte Teilnehmer auf diese Inhalte zugreifen können.

Das reduziert das Risiko, dass der Hosting-Anbieter Konferenzinhalte einsehen kann.

Was muss geprüft werden?

E2EE schützt nicht automatisch jede personenbezogene Information, die bei der Nutzung eines Dienstes entsteht.

Kontodaten, Verbindungsinformationen, technische Ereignisse sowie organisatorische Anforderungen müssen weiterhin betrachtet werden.

Proton beschreibt eine datensparsame Verarbeitung von Meeting-Metadaten und die zeitlich begrenzte Speicherung bestimmter technischer Protokolle. Für Unternehmen bleiben daher die jeweiligen Vertragsbedingungen und Verwaltungsfunktionen relevant.

Geeignet für: Organisationen und Fachkräfte, die vertrauliche Videokonferenzen durchführen möchten, ohne eine eigene Serverinfrastruktur aufzubauen.

Grenzen: Die Infrastruktur wird vom Anbieter betrieben. Zudem sind E2EE und eine umfassende Unternehmensadministration unterschiedliche Anforderungen, die separat bewertet werden müssen.

9. Microsoft Teams: Datenschutz innerhalb einer verwalteten Cloud-Plattform

Microsoft Teams

Microsoft Teams kombiniert Videokonferenzen, Messaging und Zusammenarbeit innerhalb von Microsoft 365.

Für Unternehmen mit bestehenden Microsoft-Konten kann die Integration in zentrale Identitäts- und Sicherheitsrichtlinien ein wichtiger Vorteil sein.

Hosting und Datenkontrolle

Teams nutzt die Cloud-Infrastruktur von Microsoft.

Für die datenschutzrechtliche Prüfung müssen Unternehmen die angebotenen Vertragsbedingungen, Datenregionen, Unterauftragnehmer und Verarbeitungszwecke untersuchen.

Eine vereinbarte Datenregion sollte dabei nicht automatisch mit der Aussage gleichgesetzt werden, dass sämtliche technischen Daten ausschließlich innerhalb dieser Region verarbeitet werden.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Teams bietet verschlüsselte Kommunikation und verschiedene Funktionen zur Steuerung vertraulicher Besprechungen.

Dazu gehören beispielsweise Warteräume, Teilnehmerrechte, eingeschränkte Bildschirmfreigaben und administrative Richtlinien.

Für ausgewählte Meetings kann E2EE aktiviert werden. Dafür ist eine geeignete Teams-Premium-Lizenz erforderlich. Außerdem sind die unterstützten Endgeräte und Funktionen zu beachten.

Bei aktivierter E2EE stehen bestimmte Möglichkeiten wie serverseitige Aufzeichnung und Transkription nicht zur Verfügung.

Was muss geprüft werden?

Neben den vertraglichen Bedingungen sind die gewählten Lizenzen, der Zugriff externer Gäste, die Speicherung von Aufzeichnungen und die Nutzung zusätzlicher KI-Funktionen relevant.

Geeignet für: Unternehmen, die Microsoft 365 bereits einsetzen und ihre Videokonferenzen in eine bestehende Sicherheits- und Benutzerverwaltung integrieren möchten.

Grenzen: Unterschiedliche Dienste, Lizenzen und Einstellungen können die Datenschutzprüfung komplex machen.

10. Zoom: Datenschutz bei Meetings mit externen Teilnehmern

Zoom

Zoom ist ein cloudbasierter Videokonferenzdienst, der für interne Besprechungen, Veranstaltungen und Meetings mit externen Gästen eingesetzt wird.

Die Plattform bietet zahlreiche Funktionen zur Organisation und Absicherung von Konferenzen.

Hosting und Datenkontrolle

Die Konferenzinfrastruktur wird durch Zoom und die beteiligten Dienste bereitgestellt.

Für Unternehmen ist relevant, welche Datenregionen konfiguriert werden können und welche weiteren Verarbeitungsvorgänge unabhängig von diesen Einstellungen stattfinden.

Insbesondere die Speicherung von Aufzeichnungen, technische Protokolle und zusätzliche Dienste sind zu berücksichtigen.

Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Zoom bietet Sicherheitsfunktionen wie Meeting-Kenncodes, Warteräume, Authentifizierungsregeln und Berechtigungen für die Bildschirmfreigabe.

Für unterstützte Meetings ist optionale E2EE verfügbar. Bei ihrer Verwendung können einzelne Funktionen eingeschränkt sein.

Vor dem Einsatz in einer Organisation muss deshalb geprüft werden, ob die benötigten Clients und Besprechungsfunktionen damit kompatibel sind.

Was muss geprüft werden?

Wichtig sind Auftragsverarbeitungsverträge, mögliche Drittlandtransfers, Datenaufbewahrung und der Einsatz von Aufzeichnungs- oder KI-Funktionen.

Geeignet für: Unternehmen, die regelmäßig mit externen Gästen kommunizieren und einen verwalteten Videokonferenzdienst benötigen.

Grenzen: Die datenschutzgerechte Nutzung hängt von Vertragsbedingungen, Einstellungen und konkreten Verarbeitungsvorgängen ab.

Transportverschlüsselung, E2EE und Serverstandort: Was ist der Unterschied?

Drei Begriffe werden in der Diskussion über datenschutzkonforme Videokonferenzen häufig vermischt.

Transportverschlüsselung schützt Informationen während der Übertragung zwischen Systemkomponenten. Sie verhindert jedoch nicht grundsätzlich, dass berechtigte Server Daten zur Verarbeitung entschlüsseln.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Kommunikationsinhalte so, dass sie grundsätzlich nur auf den Endgeräten berechtigter Teilnehmer entschlüsselt werden können. Sie deckt allerdings nicht automatisch sämtliche Metadaten, Benutzerkonten oder zusätzliche Dienste ab.

Serverstandort beschreibt den geografischen Ort der Verarbeitung. Er beantwortet nicht allein die Frage, wer Zugriff auf personenbezogene Daten hat.

Maßnahme

Was sie ermöglicht

Was sie nicht garantiert

Transportverschlüsselung

Geschützte Datenübertragung

Kein Zugriff durch alle beteiligten Server

E2EE

Schutz der Konferenzinhalte zwischen Endpunkten

Vollständigen Schutz aller Metadaten

Server in Deutschland

Bestimmten geografischen Verarbeitungsstandort

Automatische DSGVO-Konformität

Eigener Server

Direkte Kontrolle der Infrastruktur

Sichere Konfiguration und rechtmäßige Verarbeitung

Auftragsverarbeitungsvertrag

Vertragliche Regelung der Auftragsverarbeitung

Automatisch ausreichende technische Sicherheit

Besonders wichtig wird die Unterscheidung bei Besprechungen mit hohen Vertraulichkeitsanforderungen.

Ein Unternehmen kann beispielsweise einen eigenen Server bevorzugen, weil es die Infrastruktur kontrollieren möchte. Eine andere Organisation legt mehr Wert darauf, dass der Anbieter den Inhalt einer Besprechung technisch nicht entschlüsseln kann.

Beide Anforderungen sind legitim, führen aber nicht zwangsläufig zur gleichen Produktauswahl.

Ihre Nachrichten sind mit TrueConf geschützt!

Eine leistungsfähige selbst gehostete Videokonferenzlösung für bis zu 1.000 Nutzer, verfügbar auf Desktop-, Mobil- und Raumsystemen. Ihre vertraulichen Informationen werden durch 12 Sicherheitsstufen geschützt.

Welche Videokonferenz passt zu welchem Datenschutzszenario?

Die passende Lösung hängt davon ab, welche Risiken eine Organisation tatsächlich reduzieren muss.

Szenario

Plattformen zur Prüfung

Wichtigster Grund

Interne Kommunikation in kontrollierten Netzen

TrueConf Server, Jitsi Meet, Pexip

Netzwerk- und Infrastrukturkontrolle

Digitale Unterrichtsräume

BigBlueButton, Nextcloud Talk

Teilnehmerverwaltung und Aufzeichnungen

Verwalteter Dienst mit deutschem Hosting

alfaview, OpenTalk

Vertragsbedingungen und Hosting

Vertrauliche Gespräche mit standardmäßiger E2EE

Proton Meet

Schutz der Konferenzinhalte

Unternehmen mit Microsoft 365

Microsoft Teams

Bestehende Identitäts- und Sicherheitsverwaltung

Besprechungen mit externen Gästen

Zoom, OpenTalk, alfaview

Zugangskontrolle und Einladungsverwaltung

Vorhandene SIP/H.323-Konferenztechnik

TrueConf Server, Pexip

Geräteintegration und verschlüsselte Verbindungen

Organisation mit bestehender Nextcloud-Infrastruktur

Nextcloud Talk

Gemeinsame Benutzer- und Dateiverwaltung

Diese Zuordnung ersetzt keine technische oder rechtliche Einzelfallprüfung. Sie hilft jedoch, die Plattformauswahl nach dem tatsächlichen Einsatzszenario einzugrenzen.

DSGVO-Checkliste für Videokonferenzen

Vor der Einführung sollten Unternehmen die Verarbeitung personenbezogener Daten dokumentieren und die erforderlichen Maßnahmen festlegen.

Prüffrage

Was kontrolliert werden sollte

Welche Daten werden verarbeitet?

Audio, Video, Chat, Metadaten, Dateien und Aufzeichnungen

Gibt es eine geeignete Rechtsgrundlage?

Zweck und rechtliche Voraussetzungen

Wer ist Verantwortlicher oder Auftragsverarbeiter?

Rollenverteilung und gegebenenfalls AVV

Wo findet die Verarbeitung statt?

Serverstandorte, Dienstleister und Datenflüsse

Gibt es Drittlandübermittlungen?

Rechtliche Grundlage und erforderliche Garantien

Welche Verschlüsselung wird verwendet?

Transportverschlüsselung, E2EE und ihre technischen Grenzen

Wer darf Meetings betreten?

Authentifizierung und Berechtigungen

Werden Sitzungen aufgezeichnet?

Zweck, Rechtsgrundlage, Speicherung und Löschung

Welche Metadaten entstehen?

Umfang, Zugriff und Aufbewahrungsfristen

Sind zusätzliche KI-Dienste aktiv?

Verarbeitung von Audio, Video und Transkripten

Wer administriert die Plattform?

Rollen, Rechte und Zugriffsschutz

Sind Sicherheitsupdates und Backups geregelt?

Laufende technische und organisatorische Maßnahmen

Für besonders risikoreiche Verarbeitungsvorgänge kann zusätzlich eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO erforderlich sein. Sie ist nicht allein wegen der Verwendung einer Videokonferenzplattform automatisch vorgeschrieben.

Drei häufige Fehler bei der Auswahl einer datenschutzkonformen Videokonferenz

1. Ein deutscher Serverstandort wird mit vollständiger DSGVO-Konformität gleichgesetzt.

Die geografische Speicherung ist nur ein Teil der Bewertung. Auch externe Dienstleister, Zugriffsrechte, Aufzeichnungen und zusätzliche Verarbeitungsvorgänge müssen berücksichtigt werden.

2. Jede verschlüsselte Videokonferenz wird als Ende-zu-Ende-verschlüsselt bezeichnet.

Transportverschlüsselung und E2EE erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Insbesondere bei Konferenzen mit mehreren Teilnehmern oder externen Endgeräten muss die tatsächliche Medienverarbeitung geprüft werden.

3. Aufzeichnungen werden wie gewöhnliche Live-Besprechungen behandelt.

Eine Aufzeichnung verändert die Dauer und häufig auch den Zweck der Datenverarbeitung. Deshalb sollten Rechtsgrundlage, Zugriff und Löschfristen gesondert festgelegt werden.

Diese Fehler entstehen häufig nicht durch fehlende Sicherheitsfunktionen der Software, sondern durch unvollständige Anforderungen bei ihrer Einführung.

Häufig gestellte Fragen zu datenschutzkonformen Videokonferenzen

Welche Videokonferenzplattform ist DSGVO-konform?

Keine Plattform ist unabhängig von ihrer Konfiguration automatisch DSGVO-konform. TrueConf Server, Jitsi Meet, BigBlueButton, Nextcloud Talk, OpenTalk, alfaview, Pexip, Proton Meet, Microsoft Teams und Zoom bieten unterschiedliche Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen. Entscheidend sind die Rechtsgrundlage, Hosting, Verschlüsselung, Verträge und tatsächliche Verarbeitung.

Ist eine selbst gehostete Videokonferenz datenschutzkonformer?

Eine eigene Infrastruktur ermöglicht mehr Kontrolle über bestimmte Datenflüsse und administrative Zugriffe. Das kann die Umsetzung von Datenschutzanforderungen erleichtern. Auch bei TrueConf Server, Jitsi Meet oder Nextcloud Talk müssen jedoch Berechtigungen, Sicherheitsupdates und die Verarbeitung personenbezogener Daten geregelt werden.

Welche Videokonferenz bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Proton Meet verwendet E2EE für Audio, Video, Bildschirmfreigaben und Chat. Jitsi Meet, Nextcloud Talk, Microsoft Teams und Zoom unterstützen E2EE in bestimmten Konfigurationen oder Meeting-Arten. Die Funktionsgrenzen und unterstützten Geräte sollten für jede Plattform gesondert geprüft werden.

Sind Videokonferenzen mit deutschen Servern automatisch DSGVO-konform?

Nein. Hosting in Deutschland kann die Kontrolle über den Verarbeitungsstandort erleichtern. Anbieter wie alfaview oder OpenTalk müssen dennoch anhand ihrer Verträge, Zugriffsregeln, Datenflüsse und Aufbewahrungsbedingungen bewertet werden.

Braucht ein Unternehmen für Videokonferenzen einen AVV?

Wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag des Unternehmens verarbeitet, ist grundsätzlich ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erforderlich. Bei vollständig intern betriebenen Systemen kann die Rollenverteilung anders aussehen. Entscheidend sind die tatsächlich beteiligten Stellen.

Ist eine Videokonferenz ohne Aufzeichnung automatisch datenschutzkonform?

Nein. Auch bei einer reinen Live-Konferenz können Teilnehmerdaten, IP-Adressen, technische Protokolle und andere personenbezogene Informationen verarbeitet werden. Daher gelten die Anforderungen der DSGVO ebenfalls für nicht aufgezeichnete Besprechungen.

Fazit: Welche datenschutzkonforme Videokonferenz sollte man wählen?

Eine datenschutzkonforme Videokonferenz entsteht durch das Zusammenspiel aus geeigneter Software, technischen Schutzmaßnahmen und rechtmäßig organisierter Datenverarbeitung.

Für Organisationen mit eigener Infrastruktur können TrueConf Server, Jitsi Meet, BigBlueButton oder Nextcloud Talk eine Möglichkeit sein, die Kontrolle über Kommunikationssysteme zu erhöhen. Pexip bietet zusätzlich Optionen für die Integration vorhandener Konferenzgeräte.

OpenTalk und alfaview sind für Unternehmen interessant, die einen europäischen oder deutschen Anbieter bevorzugen. Proton Meet setzt auf standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Konferenzinhalte, während Microsoft Teams und Zoom umfangreiche Verwaltungsfunktionen innerhalb ihrer Cloud-Dienste bieten.

Entscheidend ist jedoch nicht, welche Plattform allgemein als besonders sicher beworben wird. Eine Organisation sollte nachweisen können, welche Daten entstehen, wer Zugriff erhält, wo sie verarbeitet werden und wie lange sie gespeichert bleiben.

Über die Autorin
Olga Afonina ist Technologieautorin und Branchenexpertin mit Schwerpunkt auf Videokonferenzlösungen und Kollaborationssoftware. Bei TrueConf beschäftigt sie sich mit aktuellen Trends in Kollaborationstechnologien und vermittelt Unternehmen praktische Erkenntnisse für eine effektive Kommunikation am Arbeitsplatz. Auf Grundlage ihrer Erfahrung in Content-Entwicklung und Branchenrecherche verfasst Olga Artikel und Reviews, die Lesern helfen, die Vorteile professioneller Unternehmenskommunikation besser zu verstehen.

Mit Olga auf LinkedIn vernetzen

On-Premise-Videokonferenz: Lösungen, Architektur und Auswahlkriterien

Kurzüberblick: On-Premise-Videokonferenzen

Eine On-Premise-Videokonferenz läuft auf einer vom Unternehmen kontrollierten Infrastruktur statt in der Public Cloud eines Anbieters. Dadurch kann die Organisation selbst bestimmen, wo Benutzerkonten, Medienverkehr, Chats, Dateien, Aufzeichnungen und Administrationsdaten verarbeitet oder gespeichert werden.

Wichtig ist: On-Premise bedeutet nicht automatisch Offline-Betrieb. Manche lokal installierten Lösungen benötigen weiterhin externe Dienste. Für vollständig isolierte Netzwerke muss die Plattform ausdrücklich ohne permanente Internetverbindung arbeiten können.

On-Premise-Videokonferenzen sind besonders relevant, wenn Unternehmen:

  • Kommunikationsdaten innerhalb der eigenen Infrastruktur halten möchten,
  • Videokonferenzen auch ohne Internetzugang durchführen müssen,
  • vorhandene SIP- oder H.323-Raumsysteme weiterverwenden wollen,
  • LDAP oder Active Directory integrieren möchten,
  • Updates und Wartung selbst steuern müssen,
  • interne und externe Zugänge über die eigene Netzwerkarchitektur kontrollieren möchten.

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören daher nicht nur Videoqualität und Teilnehmerzahl, sondern auch autonomer Betrieb, Datenstandort, Netzwerkabhängigkeit, SIP/H.323-Unterstützung, Verzeichnisintegration, Skalierung, Gastzugang und Betriebsaufwand.

TrueConf Server deckt diese Anforderungen innerhalb einer selbst betriebenen Plattform ab: Die Lösung kann in privaten und isolierten Netzwerken ohne permanente Verbindung zu öffentlichen Cloud-Diensten arbeiten, unterstützt SIP und H.323, lässt sich mit LDAP/LDAPS verbinden und ermöglicht Videokonferenzen mit bis zu 2.000 Teilnehmern.

On-Premise-Videokonferenz

Was ist eine On-Premise-Videokonferenz?

Bei einer On-Premise-Videokonferenz wird die zentrale Kommunikationsplattform innerhalb einer vom Unternehmen kontrollierten Infrastruktur installiert. Dafür können physische Server oder virtuelle Maschinen im eigenen Rechenzentrum beziehungsweise in einer selbst verwalteten Umgebung verwendet werden.

Im Unterschied zu einer Public-Cloud-Lösung betreibt nicht der Videokonferenzanbieter die zentrale Plattform, sondern die Organisation selbst oder ein von ihr beauftragter Dienstleister.

Je nach Produkt können dadurch Benutzerverwaltung, Medienverkehr, Chats, Dateien, Aufzeichnungen und Administration innerhalb der eigenen Infrastruktur bleiben.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage, ob eine Lösung auf dem eigenen Server läuft, sondern welche Kommunikationskomponenten tatsächlich lokal betrieben werden und welche externen Dienste weiterhin benötigt werden.

Was bleibt bei einer On-Premise-Videokonferenz tatsächlich in der eigenen Infrastruktur?

„On-Premise“ beschreibt zunächst das Bereitstellungsmodell. Für die tatsächliche Kontrolle über die Kommunikation ist entscheidend, wo einzelne Komponenten verarbeitet oder gespeichert werden.

Benutzerkonten und Zugriffsrechte

Benutzer können lokal verwaltet oder über vorhandene Verzeichnisdienste wie LDAP beziehungsweise Active Directory eingebunden werden.

Dadurch lässt sich die Benutzerverwaltung in bestehende Unternehmensprozesse integrieren, anstatt ein separates Verzeichnis beim Videokonferenzanbieter zu führen.

Audio- und Videodatenströme

Der Medienverkehr ist der zentrale Bestandteil jeder Videokonferenz.

Bei einer vollständig lokalen Architektur werden Audio- und Videodaten über Komponenten innerhalb der kontrollierten Infrastruktur verarbeitet.

Gerade bei sensiblen Meetings sollte deshalb geprüft werden, ob Medienströme tatsächlich lokal bleiben oder teilweise über externe Infrastruktur geführt werden.

Chats und Dateien

Videokonferenzplattformen umfassen häufig auch Messaging und Dateiaustausch.

Unternehmen sollten daher nicht nur die Verarbeitung von Audio und Video prüfen, sondern auch klären, wo Chatnachrichten und übertragene Dateien gespeichert werden.

Aufzeichnungen

Konferenzaufzeichnungen können vertrauliche Gesprächsinhalte enthalten.

Bei einer On-Premise-Lösung kann die Organisation selbst festlegen, wo Aufzeichnungen gespeichert werden und welche Benutzer beziehungsweise Administratoren Zugriff darauf erhalten.

Administration

Auch die Verwaltung der Plattform selbst ist relevant.

Unternehmen sollten prüfen, ob Benutzer, Konferenzen, Servereinstellungen und Updates lokal administriert werden können oder ob weiterhin ein externes Anbieterportal erforderlich ist.

On-Premise, Self-Hosted oder Private Cloud: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Aspekte des Betriebsmodells.

Modell

Infrastruktur

Betrieb

Internet erforderlich?

Public Cloud

Infrastruktur des Anbieters

Anbieter

in der Regel ja

Private Cloud

dedizierte Cloud-Umgebung

Unternehmen oder Dienstleister

meist ja

Self-Hosted

selbst gewählte Infrastruktur

Organisation

abhängig von der Lösung

On-Premise

eigene bzw. kontrollierte Infrastruktur

Organisation

abhängig von der Lösung

Isoliertes Netzwerk

vom Internet getrennte Infrastruktur

Organisation

nein

On-Premise bedeutet daher nicht automatisch Offline-Betrieb.

Eine Anwendung kann lokal installiert sein und trotzdem externe Dienste für Anmeldung, Lizenzierung, Medienverarbeitung oder andere Funktionen benötigen.

Wenn eine Organisation Videokonferenzen vollständig ohne Internetzugang betreiben möchte, muss die Plattform ausdrücklich für einen autonomen Betrieb ausgelegt sein.

On-Premise, Self-Hosted oder Private Cloud

Wann lohnt sich eine On-Premise-Videokonferenz?

Eine lokale Bereitstellung ist besonders relevant, wenn mindestens eine der folgenden Anforderungen besteht:

Anforderung

Warum On-Premise relevant ist

Daten sollen in kontrollierter Infrastruktur bleiben

Speicherort und Zugriffswege können selbst festgelegt werden

Kommunikation muss ohne Internet funktionieren

geeignete Plattformen können vollständig im lokalen Netzwerk arbeiten

SIP/H.323-Systeme sind bereits vorhanden

bestehende Raumtechnik kann weiterverwendet werden

LDAP oder Active Directory soll genutzt werden

Benutzerverwaltung lässt sich in vorhandene Prozesse integrieren

Updates sollen intern geplant werden

die IT-Abteilung bestimmt Wartungs- und Aktualisierungszeitpunkte

Kommunikation findet in geschlossenen Netzen statt

externe Cloud-Dienste können vermieden werden

Infrastruktur soll an eigene Anforderungen angepasst werden

Netzwerk, Server und Zugriffsmodelle bleiben unter eigener Kontrolle

Für kleinere Teams ohne besondere Infrastruktur-, Integrations- oder Datenanforderungen kann eine Public-Cloud-Lösung dagegen einfacher zu betreiben sein.

Kann eine On-Premise-Videokonferenz ohne Internet funktionieren?

Ja, sofern die verwendete Plattform für einen autonomen Betrieb ausgelegt ist.

Das ist jedoch keine automatische Eigenschaft jeder On-Premise-Lösung. Einige Produkte benötigen trotz lokaler Installation weiterhin Verbindungen zu externen Diensten.

TrueConf Server kann vollständig innerhalb eines privaten Netzwerks betrieben werden. Die Plattform benötigt für den laufenden Kommunikationsbetrieb keine permanente Verbindung zu öffentlichen Cloud-Diensten und kann dadurch auch in isolierten Netzwerkumgebungen eingesetzt werden.

Das ist besonders relevant für Organisationen, die ihre interne Kommunikation nicht von der Verfügbarkeit externer Cloud-Dienste abhängig machen möchten.

Ihre Nachrichten sind mit TrueConf geschützt!

Eine leistungsfähige selbst gehostete Videokonferenzlösung für bis zu 1.000 Nutzer, verfügbar auf Desktop-, Mobil- und Raumsystemen. Ihre vertraulichen Informationen werden durch 12 Sicherheitsstufen geschützt.

Können externe Teilnehmer an einer On-Premise-Videokonferenz teilnehmen?

Ja. On-Premise bedeutet nicht, dass Meetings ausschließlich innerhalb des lokalen Netzwerks stattfinden müssen.

Die Organisation entscheidet über die Netzwerkarchitektur und kann die Plattform beispielsweise:

  • ausschließlich innerhalb des LAN verfügbar machen,
  • kontrolliert für externe Teilnehmer erreichbar machen,
  • Gastzugänge für Kunden oder Partner bereitstellen,
  • interne und externe Kommunikationswege voneinander trennen.

Welche Variante geeignet ist, hängt vom Einsatzszenario ab.

Ein vollständig isoliertes Kommunikationssystem hat andere Anforderungen als eine Plattform, über die regelmäßig Kunden, Lieferanten oder externe Projektpartner an Videokonferenzen teilnehmen.

Welche Infrastruktur wird für On-Premise-Videokonferenzen benötigt?

Der Ressourcenbedarf hängt unter anderem von der Anzahl gleichzeitiger Benutzer, parallelen Meetings, Videoqualität und zusätzlichen Kommunikationsfunktionen ab.

Server

Die Plattform kann je nach Produkt auf einem physischen Server oder einer virtuellen Maschine betrieben werden.

Wichtig sind ausreichende CPU- und RAM-Ressourcen für die erwartete Anzahl gleichzeitiger Verbindungen.

TrueConf Server unterstützt beispielsweise Bereitstellungen auf Windows Server und Linux sowie auf physischer oder virtualisierter Infrastruktur.

Netzwerk

Videokonferenzen erzeugen kontinuierlichen Echtzeitverkehr.

Deshalb müssen Bandbreite, Routing, Firewalls und gegebenenfalls externe Erreichbarkeit bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Relevant ist insbesondere die Anzahl gleichzeitig aktiver Videoverbindungen.

Speicher

Wenn Meetings aufgezeichnet oder Dateien über die Plattform ausgetauscht werden, sollte zusätzlicher Speicher für diese Daten eingeplant werden.

Speicherbedarf und Aufbewahrungsdauer sollten vor dem produktiven Rollout definiert werden.

Benutzerverzeichnis

Bei größeren Installationen ist die Integration mit LDAP oder Active Directory sinnvoll, damit Benutzer nicht parallel in mehreren Systemen gepflegt werden müssen.

Monitoring, Backups und Updates

Mehr Kontrolle bedeutet auch mehr Verantwortung für den Betrieb.

Beim Eigenbetrieb muss festgelegt werden, wer Serverzustand, Datensicherung, Updates und Wiederherstellung überwacht.

On-Premise oder Cloud: Welche Videokonferenz passt besser?

Beide Modelle haben unterschiedliche Schwerpunkte.

Kriterium

On-Premise

Public Cloud

Infrastruktur

eigene bzw. kontrollierte Infrastruktur

Infrastruktur des Anbieters

Datenstandort

selbst bestimmbar

abhängig vom Anbieter

Internetabhängigkeit

abhängig von der Lösung; Offline-Betrieb möglich

normalerweise erforderlich

Updates

durch eigene IT planbar

durch Anbieter gesteuert

Benutzerverwaltung

lokale Integration möglich

abhängig von Anbieterfunktionen

SIP/H.323-Integration

produktabhängig, teilweise direkt integriert

produktabhängig

Anpassbarkeit

meist umfangreicher

stärker standardisiert

Betrieb

eigene IT oder Dienstleister

Anbieter

Skalierung

eigene Ressourcen müssen dimensioniert werden

Infrastruktur wird durch Anbieter bereitgestellt

Eine Cloud-Lösung reduziert den eigenen Betriebsaufwand und eignet sich daher für Organisationen, die möglichst schnell starten und wenig eigene Infrastruktur verwalten möchten.

On-Premise ist dagegen vor allem dann relevant, wenn Netzwerkarchitektur, Datenstandort, bestehende Systeme oder autonome Kommunikation zu den zentralen Auswahlkriterien gehören.

Welche Funktionen sollte eine On-Premise-Videokonferenzlösung bieten?

Bei der Auswahl reicht es nicht aus, nur Videobild, Tonqualität oder maximale Teilnehmerzahlen zu vergleichen.

Für Unternehmensumgebungen sind insbesondere folgende Kriterien relevant:

Autonomer Betrieb

Wenn Kommunikation auch ohne öffentlichen Internetzugang funktionieren soll, muss die Plattform diesen Betriebsmodus ausdrücklich unterstützen.

LDAP und Active Directory

Eine Verzeichnisintegration vereinfacht die Benutzerverwaltung und verhindert parallele Benutzerbestände.

SIP und H.323

Diese Protokolle sind relevant, wenn bereits Videokonferenzräume, Endpunkte, MCUs oder andere professionelle AV-Systeme vorhanden sind.

Gastzugang

Wenn externe Teilnehmer regelmäßig eingebunden werden, sollte sich deren Zugang getrennt von internen Benutzerkonten steuern lassen.

Browser-, Desktop- und mobile Clients

Die Plattform sollte unterschiedliche Arbeitsplatz- und Geräteszenarien unterstützen.

Aufzeichnung

Unternehmen sollten festlegen können, wo Aufzeichnungen gespeichert werden und wer darauf zugreifen darf.

Administration und Monitoring

Administratoren benötigen Werkzeuge für Benutzerverwaltung, Serverzustand, Konferenzkontrolle und Fehleranalyse.

Skalierung

Neben der Gesamtzahl registrierter Benutzer sollten vor allem die maximale Konferenzgröße und die Anzahl paralleler Meetings betrachtet werden.

On-Premise-Videokonferenzlösungen im Vergleich

Für den Eigenbetrieb stehen sowohl kommerzielle Plattformen als auch Open-Source-Projekte zur Verfügung. Sie unterscheiden sich insbesondere bei autonomem Betrieb, Integration bestehender Videokonferenztechnik und technischem Betriebsaufwand.

Lösung

Typischer Einsatz

Isolierter Betrieb

SIP/H.323

Besonderheit

TrueConf Server

Unternehmenskommunikation und geschlossene Netze

Ja

Ja

Video, Messaging und vorhandene Raumtechnik in einer Plattform

Pexip Infinity

komplexe Enterprise-Videoinfrastruktur

Ja

Ja

Fokus auf Video-Interoperabilität

OpenTalk

souveräne und containerbasierte Infrastruktur

abhängig vom Deployment

abhängig von Architektur

Kubernetes und offene Schnittstellen

Jitsi Meet

selbst verwaltete Videokonferenzen

möglich

nicht der Schwerpunkt

Open Source

BigBlueButton

Unterricht und virtuelle Schulungen

möglich

nicht der Schwerpunkt

Funktionen für digitale Lernumgebungen

TrueConf Server

TrueConf Server kombiniert Videokonferenzen, Messaging und Dateiaustausch in einer selbst betriebenen Kommunikationsplattform.

Für On-Premise-Szenarien besonders relevant sind der autonome Betrieb ohne öffentliche Cloud, die Unterstützung von SIP und H.323 sowie die Integration mit LDAP/LDAPS.

Eine einzelne Videokonferenz kann bis zu 2.000 Teilnehmer umfassen.

Damit eignet sich TrueConf Server insbesondere für Organisationen, die Video, interne Kommunikation und vorhandene Konferenzraumtechnik innerhalb einer zentral verwalteten On-Premise-Umgebung zusammenführen möchten.

Pexip Infinity

Pexip ist auf große und heterogene Videoinfrastrukturen ausgerichtet.

Die Plattform unterstützt selbst gehostete Bereitstellungen und legt einen starken Schwerpunkt auf Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Videokonferenzsystemen und Endpunkten.

OpenTalk

OpenTalk bietet eine On-Premise-Variante und richtet sich unter anderem an Organisationen, die containerbasierte und offen integrierbare Infrastrukturen einsetzen.

Kubernetes und offene Schnittstellen spielen bei der technischen Bereitstellung eine zentrale Rolle.

Jitsi Meet

Jitsi Meet ist eine Open-Source-Lösung, die auf eigener Infrastruktur installiert werden kann.

Sie bietet hohe technische Flexibilität, setzt für Betrieb, Skalierung, Monitoring und Wartung jedoch entsprechendes internes Know-how voraus.

BigBlueButton

BigBlueButton ist ebenfalls Open Source, wurde aber insbesondere für digitale Lern- und Schulungsumgebungen entwickelt.

Funktionen für virtuelle Klassenräume und Online-Unterricht stehen daher stärker im Mittelpunkt als klassische Unternehmenskommunikation.

On-Premise-Videokonferenzlösungen im Vergleich

TrueConf Server für On-Premise-Videokonferenzen

TrueConf Server ist darauf ausgelegt, Videokommunikation nicht als externen Cloud-Dienst, sondern als Bestandteil der eigenen IT-Infrastruktur zu betreiben.

Autonomer Betrieb in privaten und isolierten Netzwerken

TrueConf Server kann innerhalb eines privaten oder vollständig isolierten Netzwerks arbeiten.

Für laufende Videokonferenzen, Messaging und interne Kommunikation ist keine permanente Verbindung zu öffentlichen Cloud-Diensten erforderlich.

Damit kann die Plattform auch dort eingesetzt werden, wo Internetzugriff eingeschränkt oder nicht vorgesehen ist.

Vorhandene Videokonferenztechnik weiterverwenden

TrueConf Server unterstützt SIP und H.323 und kann dadurch vorhandene Videokonferenz-Endpunkte und Raumsysteme in die Kommunikationsumgebung einbinden.

LDAP/LDAPS ermöglicht zusätzlich die Integration in bestehende Unternehmensverzeichnisse.

Unternehmen können damit Teile ihrer vorhandenen Kommunikationsinfrastruktur weiterverwenden, anstatt für eine neue Plattform sämtliche Systeme parallel neu aufzubauen.

Video, Messaging und große Meetings in einer Plattform

Neben Videokonferenzen stehen persönliche und Gruppen-Chats sowie Dateiaustausch zur Verfügung.

Eine einzelne Videokonferenz kann bis zu 2.000 Teilnehmer verbinden.

Die Plattform kann auf Windows Server oder Linux sowie auf physischen und virtuellen Servern betrieben werden und lässt sich dadurch in unterschiedliche Rechenzentrumsumgebungen integrieren.

Typischer Einsatz: Unternehmenskommunikation mit Chats, Dateien, Audioanrufen und Videokonferenzen auf eigener Infrastruktur.

TrueConf Server Free ausprobieren!

  • 1.000 Online-Nutzer mit der Möglichkeit, zu chatten und 1:1-Videoanrufe zu führen.
  • 10 PRO-Nutzer mit der Möglichkeit, an Gruppenvideokonferenzen teilzunehmen.
  • Eine SIP/H.323/RTSP-Verbindung für die Zusammenarbeit mit Unternehmens-TK-Anlagen und SIP/H.323-Endpunkten.
  • Eine Gastverbindung, um einen nicht authentifizierten Nutzer per Link zu Ihren Meetings einzuladen.


Mehr erfahren

Inhalte in hoher Qualität teilen

Checkliste: So wählen Sie eine On-Premise-Videokonferenzlösung aus

Vor der Entscheidung sollten Unternehmen nicht nur einzelne Produktfunktionen, sondern die gesamte Betriebsarchitektur prüfen.

1. Muss die Plattform ohne Internet funktionieren?

Falls ja, sollte ein vollständig autonomer Betriebsmodus ausdrücklich unterstützt werden.

2. Welche Daten müssen innerhalb der eigenen Infrastruktur bleiben?

Prüfen Sie nicht nur Audio und Video, sondern auch Chats, Dateien, Aufzeichnungen und Administrationsdaten.

3. Müssen bestehende SIP- oder H.323-Systeme weiterverwendet werden?

Eine integrierte Unterstützung kann zusätzliche Gateways oder den Austausch vorhandener Raumtechnik vermeiden.

4. Soll LDAP oder Active Directory angebunden werden?

Dies reduziert insbesondere bei größeren Installationen den Aufwand für Benutzerverwaltung.

5. Müssen externe Teilnehmer zugreifen können?

Dann sollte bereits bei der Netzwerkplanung festgelegt werden, wie Gastzugänge kontrolliert bereitgestellt werden.

6. Wie viele Teilnehmer müssen gleichzeitig verbunden werden?

Berücksichtigen Sie sowohl die maximale Größe einer Konferenz als auch parallele Meetings.

7. Wer übernimmt Betrieb und Wartung?

Serverüberwachung, Updates, Backups und Wiederherstellung gehören beim Eigenbetrieb zur Betriebsplanung.

8. Welche vorhandenen Systeme sollen integriert werden?

Dazu können Videokonferenzräume, Telefonie, Verzeichnisdienste und andere interne Kommunikationssysteme gehören.

9. Muss die Plattform später über mehrere Standorte skalieren?

Anforderungen an verteilte Infrastrukturen sollten bereits bei der ursprünglichen Architektur berücksichtigt werden.

FAQ

Ist eine On-Premise-Videokonferenz automatisch DSGVO-konform?

Nein. Das Bereitstellungsmodell allein stellt keine DSGVO-Konformität sicher.

On-Premise kann Unternehmen mehr Kontrolle über Datenstandort, Zugriffsrechte und technische Infrastruktur geben. Die tatsächliche Konformität hängt jedoch von der gesamten technischen und organisatorischen Umsetzung ab.

Welche laufenden Kosten entstehen bei einer On-Premise-Videokonferenz?

Neben der Software können Kosten für Serverressourcen, Speicher, Netzwerk, Administration, Updates, Monitoring und Backups entstehen.

Der tatsächliche Aufwand hängt von Größe, Teilnehmerzahlen und Architektur der Installation ab.

Wie viele Videokonferenzen kann ein On-Premise-Server gleichzeitig verarbeiten?

Das hängt von der verwendeten Plattform, Serverleistung, Videoqualität und Anzahl aktiver Teilnehmer ab.

Für die Dimensionierung sollte deshalb nicht nur die Zahl registrierter Benutzer betrachtet werden, sondern vor allem die erwartete Anzahl gleichzeitiger Meetings und Medienverbindungen.

Über die Autorin
Olga Afonina ist Technologieautorin und Branchenexpertin mit Schwerpunkt auf Videokonferenzlösungen und Kollaborationssoftware. Bei TrueConf beschäftigt sie sich mit aktuellen Trends in Kollaborationstechnologien und vermittelt Unternehmen praktische Erkenntnisse für eine effektive Kommunikation am Arbeitsplatz. Auf Grundlage ihrer Erfahrung in Content-Entwicklung und Branchenrecherche verfasst Olga Artikel und Reviews, die Lesern helfen, die Vorteile professioneller Unternehmenskommunikation besser zu verstehen.

Mit Olga auf LinkedIn vernetzen