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Enterprise Messenger für Unternehmen: 7 Lösungen im Vergleich

Enterprise Messenger für Unternehmen

Ein Instant Messenger für Unternehmen ermöglicht die interne Kommunikation über Einzel- und Gruppenchats, Dateiaustausch sowie Sprach- und Videoanrufe. Im Unterschied zu privaten Messaging-Apps bieten Enterprise Messenger zusätzliche Funktionen für die zentrale Benutzerverwaltung, Zugriffskontrolle und Integration in bestehende Unternehmenssysteme.

Die Lösungen unterscheiden sich jedoch erheblich. Microsoft Teams und Slack sind vor allem für die cloudbasierte Zusammenarbeit ausgelegt. TrueConf Server, Rocket.Chat und Element ermöglichen dagegen den Betrieb auf eigenen Servern. Threema und Wire setzen einen besonderen Schwerpunkt auf vertrauliche Geschäftskommunikation.

Welcher Enterprise Messenger geeignet ist, hängt von drei Fragen ab: Welche Kommunikationsfunktionen werden benötigt? Wo sollen Nachrichten und Dateien gespeichert werden? Und wie viel Kontrolle möchte das Unternehmen über die Infrastruktur behalten?

Enterprise Messenger im Überblick: Welche Lösung passt zu welchem Unternehmen?

Die Auswahl sollte nicht allein nach der Anzahl der Funktionen erfolgen. Für manche Unternehmen sind eine schnelle Einführung und vorhandene Cloud-Integrationen entscheidend. Andere benötigen eine unabhängig betriebene Kommunikationsplattform oder müssen bestehende Videokonferenzsysteme einbinden.

Anforderung

Geeigneter Ansatz

Beispiele

Schnelle Einführung ohne eigene Server

Cloud-Messenger

Microsoft Teams, Slack

Chats und Videokonferenzen auf eigenen Servern

Self-Hosted Unified Communications

TrueConf Server

Anpassbare interne Teamkommunikation

Self-Hosted Messenger

Rocket.Chat

Unabhängige Server und offene Standards

Föderiertes Messaging

Element / Matrix

Vertrauliche Geschäftskommunikation

Sicherheitsorientierter Messenger

Threema, Wire

Kommunikation in isolierten Netzwerken

Offlinefähige On-Premises-Plattform

TrueConf Server und geeignete Self-Hosted-Editionen

Kurzantwort: Cloud-Messenger eignen sich für Unternehmen, die ihre Kommunikationsinfrastruktur nicht selbst betreiben möchten. On-Premises-Lösungen bieten mehr Kontrolle über Datenhaltung und Netzwerkzugriffe, erfordern jedoch eigene technische Ressourcen.

Wenn neben Chats auch umfangreiche Videokonferenzen, Konferenzräume und bestehende Kommunikationssysteme benötigt werden, kann eine integrierte Kommunikationsplattform sinnvoller sein als eine reine Chat-Anwendung.

Was ist ein Enterprise Messenger?

Ein Enterprise Messenger ist eine Kommunikationssoftware, die speziell für die Zusammenarbeit innerhalb von Unternehmen und Organisationen entwickelt wurde.

Beschäftigte können Nachrichten austauschen, Dateien versenden, Gruppenunterhaltungen führen und je nach Plattform Sprach- oder Videoanrufe starten.

Enterprise Messenger vs. privater Messenger

Der wichtigste Unterschied liegt in der organisatorischen Kontrolle.

Kriterium

Privater Messenger

Enterprise Messenger

Benutzerkonten

Individuell verwaltet

Zentrale Administration möglich

Gruppen

Private Unterhaltungen

Teams, Abteilungen und Projekte

Zugriffsrechte

Häufig nutzergesteuert

Unternehmensrichtlinien

Mitarbeiterwechsel

Manuelle Anpassung

Zentrale Kontodeaktivierung

Integrationen

Meist eingeschränkt

Verzeichnisdienste und Schnittstellen

Datenverwaltung

Abhängig vom Anbieter

Cloud oder eigene Infrastruktur

Ein privater Messenger kann für gelegentliche Absprachen ausreichen. Sobald jedoch zahlreiche Beschäftigte, unterschiedliche Zugriffsrechte und vertrauliche Unternehmensdaten berücksichtigt werden müssen, werden zentrale Verwaltungsfunktionen wichtig.

Beispielsweise sollte die IT-Abteilung beim Ausscheiden eines Mitarbeiters dessen Zugriff auf interne Unterhaltungen und Dateien unabhängig von dessen persönlichen Geräten entziehen können.

7 Enterprise Messenger für Unternehmen im Vergleich

Die folgenden Plattformen decken unterschiedliche Anforderungen ab: von projektorientierter Cloud-Kommunikation über geschützte Nachrichten bis hin zu selbst betriebenen Kommunikationssystemen.

Messenger

Bereitstellung

Schwerpunkt

Geeignet für

TrueConf Server

On-Premises

Messaging und Unified Communications

Unternehmen mit eigener IT-Infrastruktur

Microsoft Teams

Cloud

Microsoft-365-Integration

Microsoft-365-Organisationen

Slack

Cloud

Kanäle und Integrationen

Projektorientierte Teams

Threema Work / OnPrem

Cloud / On-Premises

Vertrauliches Messaging

Organisationen mit hohen Datenschutzanforderungen

Element / Matrix

Self-Hosted / Managed

Föderation und offene Standards

Unabhängige Kommunikationsnetzwerke

Rocket.Chat

Cloud / Self-Managed

Anpassbare Teamkommunikation

Unternehmen mit eigener IT

Wire

Cloud / On-Premises

Verschlüsselte Kommunikation

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

Die verfügbaren Funktionen hängen von der jeweiligen Edition und Lizenz ab.

1. TrueConf Server

TrueConf

TrueConf Server ist eine selbst gehostete Kommunikationsplattform, die Enterprise Messaging mit Sprach- und Videoanrufen sowie Videokonferenzen verbindet.

Die Software wird innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur installiert. Unternehmen können ihre Kommunikationsdienste dadurch auf eigenen Servern bereitstellen und Netzwerkzugriffe entsprechend ihren Anforderungen konfigurieren.

Die Plattform unterstützt Einzel- und Gruppenchats, Dateiaustausch, Bildschirmfreigabe, Videokonferenzen und zentrale Benutzerverwaltung.

Hinzu kommen Integrationen mit Active Directory und LDAP sowie die Unterstützung von SIP- und H.323-basierten Kommunikationssystemen.

Wichtige Funktionen:

  • Einzel- und Gruppenchats mit Dateiaustausch.
  • Sprach- und Videoanrufe sowie Videokonferenzen.
  • Zentrale Verwaltung und Anbindung von Benutzerverzeichnissen.
  • Integration vorhandener Konferenzraum- und Videokommunikationssysteme.
  • Betrieb in lokalen und vollständig isolierten Netzwerken mit geeigneter Lizenz.

Geeignet für: Unternehmen, Behörden, Industrieunternehmen und Organisationen, die ihre Kommunikation auf eigenen Servern betreiben und Chats mit professioneller Videokommunikation kombinieren möchten.

Zu beachten: Serverbetrieb, Wartung, Aktualisierungen und Datensicherung müssen organisiert werden. TrueConf Server Free benötigt außerdem eine regelmäßige Verbindung zum Registrierungsserver. Bei Verbindungsverlust wird der kostenlose Server nach zwölf Stunden getrennt. Für einen dauerhaft unabhängigen Offline-Betrieb ist eine entsprechende kostenpflichtige Lizenz erforderlich.

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  • 1.000 Online-Nutzer mit der Möglichkeit, zu chatten und 1:1-Videoanrufe zu führen.
  • 10 PRO-Nutzer mit der Möglichkeit, an Gruppenvideokonferenzen teilzunehmen.
  • Eine SIP/H.323/RTSP-Verbindung für die Zusammenarbeit mit Unternehmens-TK-Anlagen und SIP/H.323-Endpunkten.
  • Eine Gastverbindung, um einen nicht authentifizierten Nutzer per Link zu Ihren Meetings einzuladen.


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2. Microsoft Teams

Microsoft Teams

Microsoft Teams verbindet Chats, Kanäle, Videobesprechungen und Zusammenarbeit innerhalb des Microsoft-365-Ökosystems.

Besonders relevant ist die Integration mit weiteren Microsoft-Anwendungen, etwa für Dokumente, Kalender und Benutzerverwaltung.

Wichtige Funktionen:

  • Einzelchats und Teamkanäle.
  • Audio- und Videobesprechungen.
  • Bildschirmfreigabe und Dateiaustausch.
  • Integration in Microsoft 365.
  • Zentrale Administrations- und Sicherheitsfunktionen.

Geeignet für: Unternehmen, die Microsoft 365 bereits einsetzen und ihre Kommunikation eng mit bestehenden Cloud-Anwendungen verbinden möchten.

Zu beachten: Der reguläre Teams-Dienst ist cloudbasiert. Eine vollständig unabhängige On-Premises-Installation gehört nicht zum üblichen Bereitstellungsmodell. Bestimmte Funktionen sind außerdem von zusätzlichen Lizenzen abhängig.

3. Slack

Slack

Slack ist ein cloudbasierter Business Messenger mit Schwerpunkt auf thematischen Kanälen, Integrationen und automatisierten Arbeitsabläufen.

Beschäftigte können Unterhaltungen nach Projekten, Abteilungen oder Aufgaben strukturieren.

Wichtige Funktionen:

  • Direktnachrichten und Gruppenkanäle.
  • Dateiaustausch und Suche.
  • Integrationen mit Geschäftsanwendungen.
  • Automatisierte Arbeitsabläufe.
  • Direkte Sprach- und Videokommunikation.

Geeignet für: Projektorientierte Unternehmen, die mehrere Cloud-Anwendungen verwenden und ihre interne Abstimmung in thematischen Arbeitsbereichen organisieren möchten.

Zu beachten: Slack wird als Cloud-Dienst betrieben. Eine vollständig eigenständige Serverinstallation ist nicht vorgesehen.

4. Threema Work und Threema OnPrem

Threema

Threema bietet Messaging-Lösungen für Organisationen, die besonderen Wert auf den Schutz vertraulicher Informationen legen.

Threema Work wird als verwalteter Dienst angeboten. Threema OnPrem ermöglicht dagegen die Bereitstellung innerhalb einer eigenständigen Serverinfrastruktur.

Wichtige Funktionen:

  • Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten.
  • Gruppenchats und Dateiübertragungen.
  • Sprach- und Videoanrufe.
  • Zentrale Verwaltung und Sicherheitsrichtlinien.
  • Eigenständiger Betrieb mit Threema OnPrem.

Geeignet für: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit hohen Anforderungen an vertrauliche Kommunikation.

Zu beachten: Threema OnPrem wird vom Hersteller insbesondere für Organisationen ab etwa 200 Benutzern empfohlen. Es handelt sich um eine abgeschlossene Kommunikationsumgebung: Der Austausch mit Konten der öffentlichen Threema-Dienste ist nicht vorgesehen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt drei Jahre.

5. Element / Matrix

Element

Element ist eine Kommunikationsanwendung auf Basis des offenen Matrix-Protokolls.

Matrix ermöglicht den Betrieb unabhängiger Server, die bei entsprechender Konfiguration miteinander kommunizieren können. Dadurch lassen sich föderierte Kommunikationsstrukturen zwischen Organisationen aufbauen.

Wichtige Funktionen:

  • Offenes Kommunikationsprotokoll.
  • Selbst gehostete Serverumgebungen.
  • Optionale Föderation.
  • Einzel- und Gruppenchats.
  • Möglichkeiten für verschlüsselte Kommunikation.

Geeignet für: Unternehmen und Organisationen, die offene Standards bevorzugen oder unabhängige Kommunikationsdomänen miteinander verbinden möchten.

Zu beachten: Professionelle Bereitstellungen mit Element Server Suite können eine Kubernetes-basierte Infrastruktur und entsprechende Verwaltungswerkzeuge erfordern. Insbesondere Föderation, Identitätsverwaltung und Verschlüsselung müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

6. Rocket.Chat

Rocket.Chat

Rocket.Chat ist eine Plattform für interne Teamkommunikation, die als Cloud-Dienst oder innerhalb einer selbst verwalteten Infrastruktur eingesetzt werden kann.

Sie bietet Direktnachrichten, Kanäle, Gruppenchats und Schnittstellen zur Integration weiterer Systeme.

Wichtige Funktionen:

  • Einzel- und Gruppenchats.
  • Strukturierte Kommunikationskanäle.
  • Self-Managed-Bereitstellung.
  • Anpassungen und Integrationen.
  • Zentrale Benutzerverwaltung.

Geeignet für: Unternehmen, die einen anpassbaren Messenger auf eigenen Servern betreiben möchten.

Zu beachten: Die kostenlose Starter-Edition ist auf bis zu 50 Benutzer ausgelegt. Für vollständig isolierte Installationen ohne Internetzugang sind entsprechende kostenpflichtige Angebote vorgesehen. Funktionen wie externe Push-Benachrichtigungen oder der Marketplace können in abgeschotteten Netzwerken Einschränkungen unterliegen.

7. Wire

Wire

Wire ist eine Kommunikationsplattform für vertrauliche Nachrichten, Anrufe und Zusammenarbeit.

Sie setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und bietet Cloud- sowie On-Premises-Bereitstellungsmodelle.

Wichtige Funktionen:

  • Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten.
  • Einzel- und Gruppenkommunikation.
  • Sprach- und Videoanrufe.
  • Dateiaustausch.
  • Unterschiedliche Bereitstellungsoptionen.

Geeignet für: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit erhöhten Anforderungen an vertrauliche Geschäftskommunikation.

Zu beachten: Die verfügbaren Administrationsfunktionen, Integrationen und Bereitstellungsmöglichkeiten hängen von der konkreten Enterprise-Edition ab.

Welche Funktionen braucht ein Instant Messenger für Unternehmen?

Nicht jedes Unternehmen benötigt sämtliche Funktionen einer Enterprise-Messaging-Plattform. Entscheidend ist, welche Kommunikationsabläufe unterstützt werden sollen.

Einzelchats, Gruppenchats und Dateiaustausch

Direktnachrichten eignen sich für kurze Abstimmungen. Gruppenchats und Kanäle ermöglichen die Zusammenarbeit innerhalb von Abteilungen, Projekten oder Arbeitsgruppen.

Wichtig sind nachvollziehbare Zugriffsrechte, eine geeignete Nachrichtenorganisation und die Möglichkeit, benötigte Dateien auszutauschen.

Sprach- und Videokommunikation

Komplexe technische Fragen oder Entscheidungen lassen sich häufig schneller in einem direkten Gespräch klären.

Deshalb sind Sprach- und Videoanrufe für viele Unternehmen ein Bestandteil der internen Kommunikation.

Wenn regelmäßig größere Besprechungen stattfinden, sollten zusätzlich Teilnehmerkapazität, Bildschirmfreigabe, Aufzeichnung und Konferenzraumunterstützung geprüft werden.

Zentrale Benutzerverwaltung

Bei wachsenden Organisationen wird eine individuelle Verwaltung von Benutzerkonten zunehmend aufwendig.

Relevante Funktionen sind:

  • Active Directory und LDAP zur Anbindung bestehender Verzeichnisse.
  • Single Sign-on für eine einheitliche Anmeldung.
  • Rollen und Berechtigungen für unterschiedliche Benutzergruppen.
  • Zentrale Deaktivierung beim Ausscheiden von Beschäftigten.
  • Administrationsrichtlinien für Sicherheit und Zugriff.

Die Unterstützung dieser Funktionen kann von der Produktedition abhängen.

Externe Teilnehmer und Gastzugänge

Ein häufig unterschätztes Auswahlkriterium ist die Kommunikation mit externen Partnern.

Unternehmen sollten prüfen, ob Gäste ausschließlich an Besprechungen teilnehmen dürfen oder auch dauerhaft Nachrichten austauschen können.

Ebenso wichtig ist, ob sich externe Zugänge zeitlich begrenzen und auf bestimmte Kommunikationsbereiche beschränken lassen.

Cloud oder On-Premises: Welcher Enterprise Messenger ist sinnvoll?

Das Bereitstellungsmodell bestimmt, wer die Infrastruktur betreibt, wo Kommunikationsdaten gespeichert werden und welche Abhängigkeiten von externen Diensten entstehen.

Kriterium

Cloud-Messenger

On-Premises-Messenger

Infrastruktur

Anbieter

Unternehmen oder Dienstleister

Einrichtung

Meist schnell

Technische Installation erforderlich

Datenhaltung

Nach Anbieter- und Vertragsbedingungen

Innerhalb eigener Infrastruktur

Wartung

Überwiegend Anbieter

Betreiber

Internetabhängigkeit

Regulär erforderlich

Je nach Plattform und Lizenz vermeidbar

Kosten

Häufig laufende Gebühren

Lizenzen, Infrastruktur und Betrieb

Cloud-Messenger eignen sich besonders für Unternehmen, die ohne eigenen Serverbetrieb starten und vorhandene Cloud-Anwendungen integrieren möchten.

Self-Hosted-Lösungen sind dagegen relevant, wenn eine Organisation selbst über Datenhaltung, Serverkonfiguration und Netzwerkzugriffe entscheiden muss.

Ein eigener Server ist jedoch nicht automatisch die wirtschaftlichere oder sicherere Wahl. Unternehmen benötigen dafür geeignete Hardware, Administration, Sicherheitsaktualisierungen und Datensicherung.

Wer eine detaillierte Bewertung der Serverarchitektur benötigt, sollte zusätzlich die Anforderungen an einen selbst gehosteten Messenger untersuchen.

Datenschutz und Sicherheit: Welche Kriterien sind entscheidend?

Ein sicherer Messenger für Unternehmen sollte nicht ausschließlich anhand der Verschlüsselung bewertet werden.

Zur Informationssicherheit gehören auch Benutzerkonten, Endgeräte, Berechtigungen, Serverbetrieb und die Verarbeitung von Metadaten.

Transportverschlüsselung oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Transportverschlüsselung schützt Daten während der Übertragung zwischen Systemen.

Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können grundsätzlich nur die vorgesehenen Kommunikationsendpunkte Nachrichteninhalte entschlüsseln.

Welche Methode benötigt wird, hängt vom Schutzbedarf und den organisatorischen Anforderungen ab. Beispielsweise müssen Verschlüsselung, Archivierung und gesetzliche Aufbewahrungspflichten miteinander vereinbar sein.

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Ist ein Enterprise Messenger automatisch DSGVO-konform?

Nein. Weder der Betrieb in einer Cloud noch die Installation auf eigenen Servern garantiert die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung.

Relevant sind unter anderem die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung, Zugriffsrechte, Aufbewahrungsfristen, technische Schutzmaßnahmen und mögliche Übermittlungen personenbezogener Daten.

Self-Hosting kann Unternehmen mehr Kontrolle über Datenflüsse und Speicherorte ermöglichen. Die Verantwortung für die sichere Konfiguration und den Betrieb bleibt jedoch bestehen.

Sicherheitscheck vor der Einführung

Prüffrage

Bedeutung

Wer kann Nachrichteninhalte entschlüsseln?

Vertraulichkeit

Wo liegen Nachrichten und Dateien?

Datenhaltung

Wie werden Benutzer authentifiziert?

Zugriffsschutz

Können Konten zentral gesperrt werden?

Benutzerverwaltung

Welche Metadaten werden verarbeitet?

Datenschutz

Wie funktionieren Backups und Wiederherstellung?

Betriebssicherheit

Kann ein Enterprise Messenger ohne Internet funktionieren?

Ja, wenn die Kommunikationsplattform und alle notwendigen Dienste innerhalb eines lokalen Netzwerks betrieben werden können.

Dies ist beispielsweise für Industrieanlagen, Forschungseinrichtungen oder Organisationen mit isolierten IT-Netzwerken relevant.

Dabei genügt es nicht, den Messaging-Server lediglich im eigenen Rechenzentrum zu installieren. Auch Benutzeranmeldung, Lizenzprüfung und benötigte Kommunikationskomponenten müssen ohne externe Verbindung funktionieren.

Ein Beispiel ist TrueConf Server mit einer geeigneten kostenpflichtigen Lizenz, der für den unabhängigen Betrieb innerhalb abgeschotteter Netzwerke eingesetzt werden kann.

TrueConf Server Free benötigt dagegen eine regelmäßige Verbindung zum Registrierungsserver und ist deshalb nicht für einen dauerhaft vollständig isolierten Betrieb geeignet.

Auch bei anderen Self-Hosted-Lösungen können einzelne Funktionen von externen Diensten abhängen, beispielsweise mobile Push-Benachrichtigungen oder bestimmte Lizenz- und Erweiterungsdienste.

Unternehmen sollten daher die vollständige Betriebsarchitektur überprüfen, bevor sie sich für einen Messenger ohne Internetzugang entscheiden.

Warum ein integrierter Enterprise Messenger sinnvoll sein kann

Viele Unternehmen verwenden getrennte Anwendungen für Chats, Videokonferenzen und Konferenzräume.

Dadurch entstehen möglicherweise mehrere Benutzerverwaltungen, Lizenzmodelle und Administrationsoberflächen.

Eine integrierte Kommunikationsplattform kann diese Bereiche zusammenführen.

TrueConf Server verbindet beispielsweise persönliche und gruppenbasierte Nachrichten mit Sprach- und Videokommunikation. Über SIP- und H.323-Unterstützung können außerdem vorhandene Kommunikationssysteme eingebunden werden.

Ein solcher Ansatz eignet sich besonders für Organisationen, die neben Messaging regelmäßig größere Videobesprechungen durchführen oder bereits über professionelle Konferenzraumtechnik verfügen.

Ein eigenständiger Team-Messenger kann dagegen ausreichend sein, wenn hauptsächlich Textkommunikation und einfache Gruppenunterhaltungen benötigt werden.

Migration: Wie wechselt ein Unternehmen zu einem neuen Messenger?

Bei der Ablösung einer bestehenden Messaging-Plattform sollten nicht nur neue Benutzerkonten eingerichtet werden.

Der Wechsel kann Auswirkungen auf Nachrichtenverläufe, Dateien, Integrationen und bestehende Arbeitsabläufe haben.

Was muss vor der Migration geprüft werden?

Nicht jeder Enterprise Messenger unterstützt den Import von Nachrichten oder Gruppen aus konkurrierenden Anwendungen.

Deshalb sollten Unternehmen zunächst feststellen, welche Daten exportiert werden können und ob die neue Plattform entsprechende Importfunktionen bietet.

Falls eine vollständige Übertragung nicht möglich ist, müssen ältere Nachrichten gegebenenfalls separat archiviert werden.

Schrittweise Einführung

Ein kontrollierter Wechsel kann in mehreren Phasen erfolgen:

  1. Bestehende Kommunikationsgruppen und Integrationen erfassen.
  2. Benutzerverwaltung und Berechtigungen vorbereiten.
  3. Einen Pilotbetrieb mit ausgewählten Abteilungen durchführen.
  4. Nachrichten und Dateien übertragen oder archivieren.
  5. Beschäftigte mit der neuen Anwendung vertraut machen.
  6. Die bisherige Plattform nach erfolgreicher Umstellung abschalten.

Während der Übergangszeit sollte eindeutig festgelegt werden, welcher Kommunikationskanal für verbindliche interne Informationen verwendet wird.

So lässt sich vermeiden, dass wichtige Nachrichten in mehreren voneinander getrennten Systemen verbleiben.

Was kostet ein Enterprise Messenger?

Die tatsächlichen Kosten hängen von der Benutzerzahl, dem Lizenzmodell und dem benötigten Funktionsumfang ab.

Cloud-Dienste werden häufig über wiederkehrende Benutzergebühren abgerechnet. Bei On-Premises-Lösungen entstehen zusätzlich Kosten für Infrastruktur, Administration und Wartung.

Für einen wirtschaftlichen Vergleich sollten Unternehmen mindestens folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Softwarelizenzen und zusätzliche Funktionen.
  • Server und Speicherressourcen.
  • Administration und Sicherheitsaktualisierungen.
  • Datensicherung und Wiederherstellung.
  • Technischer Support.
  • Migration und Schulung.
  • Zukünftige Erweiterungen.

Ein Self-Hosted Messenger ist nicht grundsätzlich günstiger als ein Cloud-Dienst. Bei größeren Benutzerzahlen oder bereits vorhandener Infrastruktur kann sich jedoch eine andere langfristige Kostenstruktur ergeben.

Zusätzlich sollte geprüft werden, ob eine integrierte Kommunikationsplattform mehrere bisher getrennt lizenzierte Anwendungen ersetzen kann.

Enterprise Messenger auswählen: Checkliste für Unternehmen

Vor der Einführung empfiehlt sich ein Pilotprojekt unter realistischen Betriebsbedingungen.

Dabei sollten nicht nur Chats und Anrufe getestet werden, sondern auch sicherheitsrelevante und administrative Abläufe.

Prüfung

Erwartetes Ergebnis

Benutzeranmeldung

Integration in das vorgesehene Identitätssystem

Gruppenchats

Nachrichten erreichen berechtigte Teilnehmer

Dateiaustausch

Berechtigungen und Dateigrößen entsprechen den Anforderungen

Videokonferenzen

Qualität und Kapazität sind ausreichend

Kontodeaktivierung

Zugriffsrechte können zentral entzogen werden

Externe Teilnehmer

Gastzugänge lassen sich kontrollieren

Netzwerkausfall

Vorgesehene lokale Funktionen bleiben verfügbar

Datensicherung

Wiederherstellung wurde erfolgreich getestet

Die Tests sollten auch Ausnahmesituationen berücksichtigen, beispielsweise den Ausfall einzelner Serverkomponenten oder eingeschränkte Netzwerkverbindungen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Business Messenger und einem Enterprise Messenger?

Beide Begriffe bezeichnen Lösungen für geschäftliche Kommunikation. Enterprise Messenger werden häufig mit erweiterten Anforderungen an Verwaltung, Sicherheit, Skalierbarkeit und Integration verbunden. Eine verbindliche technische Abgrenzung existiert nicht.

Gibt es einen kostenlosen Instant Messenger für Unternehmen?

Ja. Einige Plattformen bieten kostenlose Editionen oder frei verfügbare Software an. TrueConf Server Free ermöglicht beispielsweise die Nutzung einer selbst gehosteten Kommunikationsplattform. Die kostenlose Version benötigt jedoch eine regelmäßige Verbindung zum Registrierungsserver. Auch Benutzerkapazität und enthaltene Funktionen hängen von den aktuellen Lizenzbedingungen ab.

Können Unternehmen einen Messenger ohne öffentliche Cloud betreiben?

Ja. Lösungen wie TrueConf Server, Rocket.Chat, Element und Threema OnPrem ermöglichen unterschiedliche Formen des eigenen Serverbetriebs. Dabei müssen die technischen Voraussetzungen und die Funktionen der jeweiligen Edition berücksichtigt werden.

Ist Self-Hosting automatisch DSGVO-konform?

Nein. Die Speicherung auf eigenen Servern kann die Kontrolle über personenbezogene Daten erleichtern. Die Organisation muss dennoch alle anwendbaren Datenschutzanforderungen erfüllen, darunter angemessene Sicherheitsmaßnahmen, rechtmäßige Datenverarbeitung und definierte Aufbewahrungsfristen.

Können externe Partner einen Enterprise Messenger nutzen?

Das hängt von der Plattform ab. Einige Lösungen unterstützen Gastkonten oder organisationsübergreifende Kommunikation. Unternehmen sollten prüfen, welche Berechtigungen externe Teilnehmer erhalten und ob deren Zugriff auf bestimmte Projekte, Gruppen oder Besprechungen beschränkt werden kann.

Fazit

Ein Instant Messenger für Unternehmen sollte nicht allein anhand seiner Chat-Funktionen ausgewählt werden. Entscheidend sind das Bereitstellungsmodell, die zentrale Benutzerverwaltung, die Sicherheit und die Integration in bestehende Unternehmenssysteme.

Microsoft Teams und Slack eignen sich besonders für cloudorientierte Zusammenarbeit. Element und Rocket.Chat ermöglichen selbst verwaltete Messaging-Infrastrukturen. Threema und Wire bieten Lösungen für vertrauliche Geschäftskommunikation.

TrueConf Server verbindet Enterprise Messaging mit Videokonferenzen und der Integration bestehender Kommunikationssysteme auf eigenen Servern. Die Plattform ist insbesondere für Organisationen relevant, die ihre interne Kommunikation zentral verwalten und unabhängig von einer öffentlichen Cloud betreiben möchten.

Die passende Lösung ergibt sich aus den tatsächlichen Anforderungen an Kommunikation, Datenschutz, Infrastruktur und langfristigen Betrieb.

Über die Autorin
Olga Afonina ist Technologieautorin und Branchenexpertin mit Schwerpunkt auf Videokonferenzlösungen und Kollaborationssoftware. Bei TrueConf beschäftigt sie sich mit aktuellen Trends in Kollaborationstechnologien und vermittelt Unternehmen praktische Erkenntnisse für eine effektive Kommunikation am Arbeitsplatz. Auf Grundlage ihrer Erfahrung in Content-Entwicklung und Branchenrecherche verfasst Olga Artikel und Reviews, die Lesern helfen, die Vorteile professioneller Unternehmenskommunikation besser zu verstehen.

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